6. Kap.)
Das Jahr 1757-
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hinter der Lohe stehen zu bleiben, wurde überhört. Herzog Karl vonLothringe» war im Begriff, auf Licgnitz vorzudringen, als er die Ein-nahme von Neumarkt erfuhr. Er ließ deshalb seine Armee die Nachtvom 4. zum 5. December unter dem Gewehr stehen und zwischen Leuthcnund Nppern sich zur Schlacht ordne». Friedlich hatte inzwischen mit33,000 Mann und 167 Geschützen das Bevern'sche Lager bezogen. Aufdem Wege von Neumarkt nach Lcuthen versammelte er unter der „Frie-drichsbirke" die Stabsofficiere und hielt eine begeisternde Anrede an fie,worin er namentlich auf den überlegenen Feind aufmerksam machte, dessenUeberwindung nur durch die pünktlichste Befolgung seiner Befehle, wiedurch die Hcrzhastigkeit seiner Truppen möglich sei. Wie Friedrich ausdas Ehrgefühl seiner Truppen einwirkte, bewies er hier wiederum, indemer sprach: „Das Regiment Cavalerie, welches nicht gleich, weine es befohlenwird, sich unaufhaltsam in den Feind stürzt, lasse ich nach der Schlachtabsitzen und mache es zu einem Garnisonregimcnte; das Bataillon In-fanterie, das, es treffe, worauf es wolle, nur zu stocken anfängt, verliertdie Fahnen und die Säbel und ich lasse ihm die Borten von der Monti-rung abschneiden."
Am 5. December, Morgens halb 5 Uhr, brach die preußische Armeein vier Colouucn aus. Der düstere Wintermorgen, welcher den blutigenTag eröffnete, brachte eine feierliche Stimmung im preußischen Heere her-vor. Da stimmt ein Grenadier ein geistliches Lied an, die Kameradenfallen ein und bald pflanzt sich der Gesang durch die ganze Armee fortund wird von der Fcldmusik begleitet. Ein Commandeur fragt, ob dieSoldaten schweigen sollen? „Nein", erwiderte der König, „lasse er das!Mit solchen Leuten wird Gott mir heut gewiß den Sieg verleihen."
Nadasdp wurde bet Borua geworfen und zog sich auf das Haupt-corps zurück, das in zwei durch einige Escadrons verbundenen Treffen auf-gestellt war. Friedrich wandte seinerseits die schräge Schlachtordnung an:der rechte Flügel sollte allein den Angriff machen, der linke aber beständigzurückgehalten werden. General Wedelt, Fürst Moritz und Ziethcn com-mandirten auf jenem Flügel und warfen den Feind., Da sich die Armeewährend des Angriffs hatte beständig rechts ziehen müssen, um nicht über-flügelt zu werde», so kam der linke Flügel bei Lenthen auch in denKampf. Dieses Dorf wurde mit Schnelligkeit genommen, aber der Feindsetzte sich wieder auf den Höhen hinter Lenthen. Hier wehrte er sich hart-näckig , bis das »achgekommcne schwere Geschütz (die Brummer) ihn ver-trieb. Er floh in Eile durch Sara nach Lissa, wo er das SchweidnitzerWasser passirte. Friedrichs meisterhafte Disposition, der Einklang, der inallen Bewegungen herrschte, die kecken Reiterangriffe auf beiden Flügeln,Pon Ziethen und Driesen ausgeführt, wie das überlegene schwere Geschütz,entschieden den Tag von Lenthen zu Friedrich's Gunsten. Die Preußen