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Das Jahr 1758.
13. Buch.
verloren 6000 Mann, die Oesterreicher 27,000 Mann, 116 Geschütze,51 Fahnen und 4000 Wagen. Mit Begeisterung sang das Heer nachdieser dreistündigen, schwerwiegenden Schlacht: „Nun danket Alle Gott";das Preußenvolk aber lobte nachher seinen König in gemüthlichen Volks-liedern :
„Es lebe durch des Höchsten Gnade der König, der uns schützen kann;
So schlägt er mit der Wachtparade noch einmal achtzigtansend Mann."Friedrich ritt mit wenigen Begleitern dem Heere voraus nach Liffa; ineiniger Entfernung folgten zwei Bataillone. In Lissa wurde von denOesterreichern auf ihn geschossen. Dennoch stutzte er nicht, sondern boglinks über die Zugbrücke nach dem Schlosse. Hier kamen ihm eine Mengeösterreichischer Officiere mit Lichtern entgegen. Mit der ruhigsten Mienevon der Welt ging er durch sie hindurch, indem er ihnen guten Abendwünschte und sie fragte, ob er noch unterkommen könnte. Ein ehrfurchts-volles : Ah! der Ueberraschung war Alles, was sie erwidern konnten. Balddarauf rückten seine Soldaten in Lissa ein, befreiten den König aus dieseraugenscheinlichen Gefahr und nahmen die Oesterreicher gefangen.
Ziethen wurde zur Verfolgung des Feindes abgesandt und löste seineAusgabe so vortrefflich, daß Dann nur mit 37,000 Mann Böhmen er-reichte. Breslau ergab sich nach einer vierzehniägigen Belagerung mit18,000 Mann, allen Vorräthe» und einer vollen Kriegskaffe. Der Kö-nig brachte den Winter in Breslau zu und stärkte sich im Umgänge mitden Freunden und den Musen für den folgenden Feldzug.
Am Schlüsse dieses Jahres müssen wir noch der Aufopferung derpreußischen, pvmmerschen und brandenburgischen Stände gedenken, welcheeine Landmiliz errichtet und mit ihr den Schweden kühn die Stirn zubieten gewagt hatten.
62. Der siebenjährige Krieg (Fortsetzung). DasJahr 1758.
Die erste Waffcnthat der Preußen in diesem Jahre war die Erober-ung von Schweidnitz am 15. April, woraufder König mit 38,000Mann in Mähren einbrach, um Ol m ü tz einzunehmen. Er wollte dieganze feindliche Macht dahin ziehen, damit Prinz Heinrich Lust bekämeund von Sachsen aus nach Böhmen dringen und Prag erstürmen könne.Indeß verhinderte ein fühlbarer Munitionsmangel die kräftige Beschießungder starken Festung O l m ü tz. Dau n konnte sein Heer in Böhmen sam-meln, einen Transport von 3000 preußischen Proviant-, Munitions-und Geldwagen aufheben und den zu Hilfe gesaudten Ziethen schlage».Friedrich sah sich daher zur Aufhebung der Belagerung von Olmütz undzur Rückkehr nach Schlesien gezwungen.