Band 
(1500 - 1815)
Entstehung
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229
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6. Kap.)

Friedrich's des Großen Thätigkeit.

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Geld verdienen, und macht sich mehr oder weniger dem Gemeinwesennützlich. Er ließ daher Ländereien urbar machen, Moräste austrocknen,Häuser und Gebäude anlegen und bewies dadurch, baß sein einzigesAugenmerk auf das Wohl und den Nutzen seines Volkes gerichtet war."

Dennoch war das Volk über die Vcrtheummg liebgewvrdener Be-dürfnisse, namentlich des Kaffees, erbittert und Spottbilder, welche denKönig nnt der Kaffeemühle zwischen den Beinen darstellten, wurden inBerlin angeheftet. Friedrich setzte sich über solche plumpe Angriffe hinweg»nd befahl sogar, daß man jenes Bild niedriger hängen solle, damit sichdie Leute nicht so die Hälse ausreckten. Allein der unmäßige Zoll, wel-cher auf die Einfuhr des Kaffees gelegt wurde, beförderte den Schleich-handel in dem Grade, daß ganze Banden von Contrcbandircrn sich ver-einigten »nd die Grenzaufseher mit Feucrgewehren verjagten. Am Endeseiner Regierung überzeugte sich der König selbst von den entsittlichendenWirkungen der Schmuggelei, die er nicht hindern konnte und von demSchaden, den er seinen Finanzen durch hohe Eingaugszölle selbst zufügte.Als er im Jahre 1783 den Preis des Pfundes Kaffee von einem Thalerauf sechszehn Groschen und dann auf zwölfGroschen herabsetzte, hob sich dieKaffee - Accise von 300,000 Thaler aus 574,000 Thaler. Nach Fried-rich's Tode wurde daher die Regie sammt dem königlichen Alleinhandelmit Kaffee und Tabak aufgehoben (25. Januar 1787).

Schneller, als man erwarten konnte, erholten sich die verheerten Pro-vinzen, indem der König ihnen auf längere oder kürzere Zeit die Steuernerließ, oder sie durch baare Summen unterstützte, eingeäscherte Städte wie-der aufbauen ließ und in Schlesien allein 500 neue Stätten gründete. DieGetreidemagazine wurden nach dem Kriege sogleich dem armen Volke preis-gegeben, wie Friedrich die Folgen einer Hungersnoth immer dadurch ver-hinderte, daß er in guten Jahren Getreide aufkaufte und in den schlechtenJahren zu billigen Preisen verkaufte. Alljährlich bereiste er die Provinzenzu den Musterungen und hatte dabei auf den Culturzustand seiner Länderein wachsames Auge. Wo er »nangebaute Strecken traf, da wies er so-gleich Geld zur Urbarmachung an und berief fremde Ansiedler in seineStaaten, denen er Land. Vieh, Wohnungen, Hausgeräthe und die Steuernauf mehrere Jahre schenkte. Diese Geschenke, welche man auf fünfund-zwanzig Millionen Thaler berechnet, machte Friedrich nicht aus der Staats-kasse, sondern allein aus den für seine Person und seinen Hos bestimmtenGeldern. Er selbst lebte einfach und brauchte jährlich nicht mehr als220,000 Thaler. Und für so reichliche Geschenke verlangte Friedn» nichteinmal Dank. Als ihm die Bewohner der abgebrannten Stadt Grcifenbergin Schlesien für die von ihm empfangene reichliche Unterstützung dankten,sprach er im Gefühle der Heiligkeit und Verantwortlichkeit seines Berufs:»Ihr habt nicht nöthig, Euch dafür bei mir zu bedanken. Es ist meine