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(1500 - 1815)
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Friedrich der Große und Joseph II.

(3. Buch.

einen Waffenstillstand und zog seine Truppen im September aus Böhmen.Kaiser Joseph vermerkte aber die Einmischung seiner Mutter in diesenHandel sehr missällig und drohte ihr, nie mehr nach Wien zu kommen,wenn sie ohne ihn Frieden mache. Die Feindseligkeiten begannen deshalbzu Ansang 1779 von Neuem, ohne daß ein entscheidendes Treffen vorfiel.Joseph und Friedrich hielten ihre Hauptmacht in festen Lagern und sandtenblos einzelne Streifcorps aus. Der österreichische General Wurmserüberfiel Habelschwerdt und konnte nur durch Friedrich selbst aus der Graf-schaft vertrieben werden. Der preußische General Möllendorf streiftenach Böhmen und zerstörte die österreichischen Magazine. Daraus be-schränkten sich alle Kricgsthaten.

Maria Theresia bewirkte im März einen zweiten Waffenstillstandund schloß, trotz Joseph's Einspruch, am 31. Mai den Frieden zuTeschen. Oesterreich wurde für seine Ansprüche aus Baiern mit demJnnviertel, Sachsen mit sechs Millionen Gulden und Mecklenburg mitdem Rechte, eigene Appellationsgerichte zu gründen, entschädigt. Mannennt diesen Krieg den bairischen Erbfolgekrieg; das Volk hieß ihn spott-weise den Kartoffelkrieg. Er kostete dem Könige 20,000 Menschen undzwanzig Millionen Thaler.

Joseph gab nichtsdestoweniger die Gedanken an Baiern nichtauf. Seit dem Tode der Mutter (29. November 1780) freier Herr,begann dieser Regent sogleich an der Ausführung seiner Reformen undVergrößerungspläne zu arbeite». Dem Kurfürsten Karl Theodor ver-sprach er die Niederlande mit dem Titel eines Königs von Burgund, wenner ihm Baiern abträte. Der schwache Karl Theodor willigte ein, Karlvon Zweibrücken wurde von dem Glänze der Königskrone geblendet, Ruß-land und Frankreich hatten nichts gegen diesen Tausch; so schien Jo-seph am Ziel seiner Wünsche. Allein Friedrich der Große konnte diesenUmtausch, welcher Oesterreich zum Herrn von Süd - und Westdeutschlandmachte, nicht zugeben. Schon längst hatte er mit eifersüchtigen Augenden Kaiser Joseph betrachtet und ihm mehrmals in Reichsangelegenheitcnentgegen treten müsse». Er erklärte dem Kaiser daher, daß er zu einemsolche» Ländertausche niemals seine Zustimmung geben werde. Der KaiserinKatharina stellte er die Sachlage in dem richtigen Lichte dar, woraufdieselbe erklärte, daß sie nur in der Meinung, das deutsche Reich sei mit Jo-scph's Plane zufrieden, dem Kaiser ihre Unterstützung zugesagt habe. Jo-seph mußte daher einen alten Lieblingsplan der Habsburger aufgeben.

Friedrich wollte allen ferneren ähnlichen Versuchen der Kaiser, sichauf Kosten der Fürstengewalt zu bereichern, entgegentreten und vorbeugen.Er stiftete deswegen den 23. Juli 178S den deutschen Fürsten-bund, bestehend aus Mecklenburg, den sächsischen Fürsten, Hannover,