6. Kap.)
Washington als Präsident.
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heitsapostel, die Amerika mit England in Krieg verwickeln wollten, zumLande hinausgewiejen hatte. Verleumdung klagte ihn des Geizes, desStolzes, der Verrätherei und der Unterschlagung einer bedeutende» Geld.summe aus dem Staatsschätze an. In seiner Zurückgezogenheit, wo er dieLandwirthschast trieb, erhielt er den Besuch Louis Philipp's und seinerBruder und des tapferen, an seinem Vaterlande verzweifelnden Kosziusko.Er starb am 14. December 1799, nachdem er kurz vorher vom PräsidentenAdams noch einmal zum Oberbefehlshaber der amerikanischen Landmachternannt worden war, als der Krieg mit Frankreich in naher Aussicht stand.Kinderlos, wie Washington war, bestimmte er sein Vermögen zur Be-gründung einer Hochschule in Columbia und schenkte seinen 400 Sclavendie Freiheit, nachdem er ihren Unterhalt gesichert hatte. Ihm zu Ehrenerbaute man die Stadt Washington und machte sie zur Hauptstadt dervereinigten Staaten. Hier steht auch ein kostbares Monument Washing-ton s. Als die Nachricht seines Todes in den Congreß gelangte, wurdengroße Trauerfcierlichkeiten veranstaltet und allen Bürgern befohlen,dreißig Tage lang einen Flor um den linken Arm zu tragen. Seine Nach-folger in der Präsidentschaft John Adams und der kräftige Jeffer-son haben die Ehre und Unabhängigkeit Amerikas befestigt, ohne an deneuropäischen Händeln Theil zu nehmen.
Schon neun Jahre vor Washington hatte sein treuer Freund Frei nk-li n das Zeitliche gesegnet, nachdem er bereits ein ganzes Jahr von den hef-tigsten Schmerzen gefoltert worden war. Franklin's letzte That war dieStiftung einer Gesellschaft zur Abschaffung der Sclaverei; die letzte öffent-liche Ehrenbezeigung erwies ihm die kaiserliche Akademie der Wissen-schaften in St. Petersburg, indem sie ihn zum Mitglied ernannte. Er starbzu Philadelphia (17. April 1790), nachdem er den größten Theil seinesVermögens zu wohlthätigen Stiftungen bestimmt hatte, mit Hinterlassungeiner einzigen Tochter. Merkwürdig für das Verhältniß beider Freiheits-helden ist der letzte Artikel seines Testaments worin er seinen Spazierstock„seinem und der Menschheit Freunde, General Washington" mit denWorten vermachte: „wäre es ein Scepter, er hätte es verdient und be-käme es."
Nie war ein Leichenbegängniß so zahlreich und würdig, als das Frank-lin's. Alle Arbeiten in Philadelphia standen still, sämmtliche Glocken derStadt waren gedämpft und die Zeitungen erschienen mit schwarzem Rande.Der Congreß schrieb eine Trauer von dreißig Tagen durch ganz Amerikaaus. Franklin hat sich selbst bei Lebzeiten eine Grabschrift verfertigt:„der Leib Benjamin Franklin's, eines Druckers, liegt hier als Speise fürWürmer, wie der Einband eines alten Buches, woraus der Inhalt ge-rissen, Aufschrift und Vergoldung abgegriffen. Aber das Werk wird nichtverlorengehen; denn es wird wieder erscheinen in einer neuen, zierlicheren