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(1500 - 1815)
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363
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4. Kap.) Napoleon's Rückzug aus Rußland. 363

Kreml in die Lust sprengen, in demselben Augenblicke, wo die Russen ihnangriffen.

Napoleon wollte die Straße von Kaluga einschlagen, weil er in diesen Ge-genden noch auf Lebensmittel rechnen durfte, die aufder früheren Straße nichtmehr zu finden waren. Allein Kutnsow, verstärkt durch die aus der Türkei zu-rückkehrende Armee Tschitschagoff's, drängte dieFranzose» nachWiasmaund SmolenSk, wo sie Ansang November anlangten. Der französische Kaiserfand seine Magazine in Smolensk erschöpft und mußte sich entschließen,bis Wilna zurückzugehen. Die Kälte, welche schon seit dem 24. Okto-ber eingebrochen war. stieg an dem Tage der Räumung von Smolensk(14. November) auf 20 Grad 11. Alle Wege waren tief verschneit odermit Glatteis überzogen, sodaß die Bewegungen der großen Armee nurlangsam von Statten gingen, während Kosakenhorden auf ihren leichten,scharf beschlagenen Pferden von allen Seiten heranstnrmte» und die er-matteten Franzosen mit wildem Geschrei aus ihren Ruheplätzen aufstör-ten. Vom Maische müde. setzten sich Viele an die Landstraße, umihre Glieder durch einen erquickenden Schlaf zu stärken; sie erwachtennicht wieder. Vor Frost zitternd, drängten sich die Hungernden um dieWachtfeuer und sanken bei der wohlthätigen Wärme in Schlaf; dasFeuer erlosch, weil Niemand es schürte und am Morgen lagen zahlreicheLeichname um die ausgebrannten Feuerstätten. Die französische Reitereiverlor fast alle ihre Pferde, welche theils verhungerten, theils geschlachtetwurden. Geschütz, Munitions - und Packwagen blieben im Schneestecken und jämmerlich klagten die Verwundeten, wenn ihre Brüder, vonelende» Kosakenhorden erschreckt, sie im Stiche ließen. Von allenSeiten stand die russische Bevölkerung auf. Der Marschall Nev,welcher jetzt die Nachhut commandirte, war auf das rechte Dniepr-Ufer gedrängt worden und fand sich erst nach vielen Tagen zurgroßen Frcüde des Kaisers wieder ein. Der Uebergang über dieBeresina war an die Russen verloren gegangen und mußte erst durcheinen hartnäckigen Kampf Ondinot's gegen die Russen erzwungen werden.Allein die Russen brannten die Brücke ab, als sie auf das rechte Ufergeworfen wurden. Die Zerstörung dieser Brücke, welche Napoleon beimRückzüge dienen sollte, und die er bei seinen Anschlägen in Rechnung ge-bracht hatte, verursachte hauptsächlich jene gräßlichen Unfälle, welche dasfranzösische Heer an der Beresina trafen. -

Die Beresina ist ein breiter, in mehrere Arme getheilter Fluß, vonbeiden Seiten durch Sümpfe umgeben, welche den Zugang erschweren.Die Russen hatten alle Punkte besetzt, auf welchen sie vermutheten, daßdas französische Heer übersetzen würde. Dennoch gelang es Napoleon,trotz des starken Eisganges, zwei Brücken über den Fluß zu schlagen, aufdenen (26. und 27. November) die Armee ihren Uebergang zum größten