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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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316 Claſſ. XXV. Von Weyhernund Fiſch⸗Teichen.

graben darff/ und da man nur vornen einen Damm zu machen hat; Dannſonſtenkoſtet ein neuer Teich mehr zugraben als er in 20. Jahren wieder ein-bringen kan/ nach dem alten Sprichwort:Viel Gaͤrten* und gegrabene Teich/Machen viel Muͤhe/ und ſelten reich.* Gäaͤrten/ wegen der Zaͤune/ und Liegung auſſerhalb der Staͤdte.7. Wo man eine ſolche Situation oder Gelegenheit des Landes hat/ daßman etliche Teiche hinter einander machen kan/ alſo daß das Waſſer von ei-nem in den andern ſeinen Abfall hat/ ſoiſt es ſehr gut/ und kan man immer ei-nen nach dem andern fiſchen/ und groſſen Nutzen daraus haben.II. Die zurichtung des Damms beſtehet.

1. Erſtlich in veſter/ guter und ſtarcker Erde/ ſo wol und hart eingeſtampf-ſet und getretten/ auch zu Zeiten Wenden in der Mittedarauff geſetzet/ ſon-derlech wo man nicht rechte gute Erde haben kan/ daß alſo die Wurttzel von denBaͤumen die Erde wol zuſammen hatten koͤnne.

2. Auff den Seiten des Damms/ wo es die Groͤſſe des Teichs erfordert/kan man zwey oder mehr Flut. Rinnen machen/ damit im Fall der Noth dasuͤbrige Waſſer ablauffen moͤge.

3. Die Flut⸗ Rinnen muͤſſen mit einem Gegitter von engen auffrechts-ſtehenden eingezapfften Hoͤltzern verwahret werden/ damit die Fiſche von dergroſſen Menge der wilden Waſſer/ ſo etwann in den Teich gefallen/ nicht mithinaus gefuͤhret werden.

4. Oben an dem Teich/ wo das Waſſer hinein laufft/ muß man einZaͤunlein drey oder vier hinter einander machen/ daß die Fiſche nicht heraus Döfa iſt aber zu verſtehen/ wann der Teich oben hinaus gar flach/und nicht tieff iſt.

5. Wo man aber keine Flut⸗Rinnen machen will/ ſoſſetzet man etlicheMuͤnche(dieſes ſeynd breite und hohle Hoͤltzer /) an dem Damm/ wie manſonſten an das Zapff Loch pfleget zu fetzen/ dardurch das uͤbrige Waſſer desTeiches moͤge abſchieſſen.

6. Das Zapffen, Loch ſolle mitten am Teich/ und wo das Waſſer am tief-feſtenam Damm ſtehet/ geſetzet werden/ damit man/ wann man den Teich fi-ſchen will/ das Waſfer vom Teich faſt gantz ablaſſen moͤge.

7. Vor dem Zapffen⸗Loch muß man es mit einem gevierdten brerternendurchloͤcherten Kaſten, oder mit einem geffochtenen Zaun vermachen/ damit dieFiſche bey dem Abzapffen nicht heraus lauffen koͤnnen.

8. Hinter dem Ablauff des Damms kan man ein Schritt oder ſechs einenkleinen Zaun von Reiſfigt machen/ daß/ wo die Fiſche etwann durch den Ab-laß heraus kommen/ dieſelbige hinein fallen.

2. Das