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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. XxvV. Von Weyhern und Fiſch⸗Teichen 315

wollen wir ſolches bey unſerm Meyerhof auch nicht ermangten laſſen/ und er-waͤhlen nach Gelegenheit des Landes einen von dem Wohnhauſe nicht gar zuweit entlegenen Platz zu zweyen 2 ch⸗Teichen/ und was bey dieſer Anordnungferner wird in Acht zunchmen ſeyn/ wollen wir ſelbiges in nachfolgendenStuͤcken kuͤrtzlich andeuten:

I. Die Lirnation und Erwaͤhlung des Orts.

II. Die Zurichtung der Daͤmme/ ſamt deroſelbigen Zugehoͤr.III. Die Kennzeichen eines guten Teiches/ auch was demſelbi-gen nuͤtzlich und ſchaͤdlich iſt.

IV. Die Beſetzung des Teiches.

V. Die Unterhaltung deſſelben.

VI. Die Speiſung der Fehn

VII. Den Fiſchfang und die Zeit deſſelbigen.

VIII. Von den Fiſchbehaltern.

Nota. Bey Erwaͤhlung eines bequemen Platzes und Zurichtung einesFiſch⸗Teiches/ muß man vor allen Dingen des Landes Art und den Grunddeſſelbigen wol erkundigen/ nenlich/ was derſelbige fuͤr Fiſche leiden koͤnne/und dann auch das Waſſer/ ſo man zur Unterhaltung der Fiſche noͤthig hat.

1. Anbelangend den Grund und die Erde/ ſo iſt zu wiſſen/ wo vielSchlamm und Koth iſt/ da ſeynd Schleyen/ Aehle und Karpffen gerne. ImLaimichten werden ſie gernefett.

2. In ſtein⸗ und ſandichten Fließ⸗Waſſern ſeynd die Grundeln/ Schmer-len/ Ebritzen/ Kaulhaupter/ Forellen und Krebſe gerne.

3. Wodas Land eng/ gruͤblicht/ ſandicht und ſumpicht iſt/ oder/ daesſonſten kein Getraͤide traͤget/ da kan man Fiſch⸗Teiche hinmachen.

Betreffend das Waſſer/ ſo iſt in Acht zu nehmen: 1

6 2 Daß der Teich das gantze Jahr ſein Waſſer haben moͤge/ und nichtgußtrockne.

2. Daß man oben an dem Teich oder auff der Seiten/ das Waſſer da-rein leiten koͤnne.

3. Wohin das Waſſer am meiſten ſeinen Hang hat/ nach ſolchem muß85 ſich mit dem Damm richten/ daß derſelbige nicht zu ſtarck noch zu ſchwach

ſeye.4. Der Teich ſolle an einen Ort geleget werden/ daß er von der naͤchſtenQuell⸗und Bronnen⸗Waſſer einen guten Zuſchuß haben moͤge.

5. Seynd aber die Quellen in dem Teich darinnen/ ſo iſt es deſto beſſer;Dann die geben des Winters ein warmes Waſſer/ alſo/ daß die Teiche nichgaͤntzlich zugefrieren/ und die Fiſche Lufft behalten/ und nicht erſtickenn.

6. Am beſten iſt ein Teich zu machen an dem Ort/ da man nicht tieff

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