Band 
(1815 - 1854)
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59
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1. Kap.)

Türkischer Krieg-

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konnte, daß das in der Walachei zurückgebliebene Corps des GeneralRoth vielfach beunruhigt wurde. Die ganze Gegend zwischen Krajowaund Kalefat wurde verwüstet, da sich Russen und Türken mit abwech-selnden Erfolgen hier tummelten, Endlich am 26. October errang Geis-mar einen glänzenden Sieg bei Czoroi, indem er das ganze feindlicheLager eroberte. Der Pascha von Albanien blieb in diesem Treffen unddie Moslems zogen sich in ihre Schanzen nach Kalefat zurück.

Fast ohne Unfälle, wenn auch mit großen Opfern, führte zu gleicherZeit General Paskewitsch Eriwanski den Krieg im türkischen Armenienund Georgien. Am 15. Juli nahm er die Festung Kars und am 20.August Achalzik nach heftigen Kämpfen, in welchen Ströme Blutes flössen.Nachdem er sich noch am 3. September durch Erstürmung der Feste Ar-daghau den Weg nach Erzerum gesichert hatte, bezog er die Winter-quartiere, um seine Verluste zu ergänzen und den Mannschaften Zeit zurStärkung und Ruhe zu gönnen.

Die geringen Erfolge der russischen Waffen demüthigte das Ansehendes Czaren in den Augen Europas. Mau fing an, die Macht Rußlandszu unterschätzen und ergriff Partei für die Türken, deren natürlicher Ta-pferkeit man die Achtung nicht versagen konnte. Was man am Anfange desFeldzugs gehofft hatte, daß der russische Doppeladler den Halbmond ausEuropa vertreiben werde, das schien jetzt Vielen ein öffentliches Unglückzu sein. Diese Stimmung wurde besonders durch die Organe Metternich'sgenährt, welcher diesen Krieg überhaupt ungern gesehen hatte, theils weil erRußlands Einfluß im Südosten wenn die übrigen Mächte nicht der Türkeizu Hilfe eilten, vergrößern, theils, weil er einen allgemeinen Kriegentzünden mußte, wenn Rußland die angebotene Vermittelung Englandsund Oesterreichs nicht annahm.

Metternich bot daher Alles auf, um den Czaren zum Frieden zustimmen und wirkte auch bei den Kabinetten von Berlin und St. Jamesdahin, sich zu demselben Zwecke bei Nikolaus zu verwenden. Zugleich ver-anstaltete er die ausgedehntesten Rüstungen, um Rußland einzuschüchternund arbeitete mit Wellington und der französischen Priesterpartei amSturze des ruffenfreuudlichen Ministeriums Martignac in Paris. Jaer verschmähte es nicht, mittelst seiner Agenten die napoleonische Parteidurch die Hinweisung auf den bisher in Dunkelheit gehaltenen Herzog vonReichstadt wiederzubeleben. Der russische Gesandte in Paris, Pozzo diBorgo, erhielt jedoch von diesen Intriguen Kunde und theilte sie KarlX.mit, welcher darüber so ungehalten war, daß er im Ernst an einBündnißmit Rußland, „seinem natürlichen Alliirten," dachte. Da nun auchPreußen, von Rußland geschmeichelt, jede ernstliche Einmischung in dietürkischen Händel verweigerte, Wellington aber durch die inneren Kämpfezwischen den Katholiken und den von dem starren Herzog von Cumberland