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Einnahme der Citadelle von Antwerpen.
vember das belgische Gebiet verlassen sollten, widrigenfalls sie alle hollän-dischen Schiffe mit Embargo belegen, und am 15. November einer Ar-mee den Befehl zur Belagerung der Citadelle Antwerpens ertheilen wür-den. Holland wies jene Aufforderung stolz zurück (2. November), indemes sich mit der Hoffnung trug, vom heiligen Bunde nicht im Stiche ge-lassen zu werden. Preußen rüstete sich schon und stellte ein Observationscorpszwischen Rhein und Maas aus. Frankreich ließ sich dadurch nicht beirren.Zum zweiten Male erschienen Gerard und der Herzog von Orkans mit32.000 Mann auf belgischem Boden und begannen am 19. November dieUmstellung der Antwerpener Citadelle, wo General Chaise befehligte, einäußerst tapferer Krieger, aber strengen und gewaltsamen Charakters. Na-poleon schon hatte ihn seinen „ General Bayonet" genannt und Chassewar zu sehr Soldat, um eigenmächtig von dem Posten zu weichen, dendas Vertrauen eines Höheren ihm angewiesen hatte. Marschall Gerardübernahm die schwere Aufgabe, die Citadelle von ihrer stärksten Seite an-zugreifen , um die Stadt nicht einem zweiten Bombardement auszusetzen.Chaffv hatte nämlich versprochen, die Stadt zu schonen, wenn er von hieraus nicht angegriffen würde. Die Beschießung der Citadelle begann am1. December und dauerte bis zum 22. Unaufhörlich bebte die Erde un-ter dem Dröhnen der Kanonen und Mörser, welche Bomben und glühendeKugeln gegen die Festung schleuderten und sie bald in einen Schutthaufenverwandelten. Der unverzagte Chaffe bestärkte die brave Mannschaft inihrer Ausdauer und Tapferkeit, und erwiderte das Feuer ohne Unterlaß,unbekümmert um die stürzenden Mauern und brennenden Magazine. End-lich am Abend des 22. schlug eine Bombe in das große Vorrathshausein, zündete und zerstörte alle Lebensmittel, während kurz vorher die bei-den letzten Brunnen eingestürzt waren. Da zog Chaffe die weiße Fahneauf und sandte einen Parlamentair hinaus zu Gerard, um die Kapitu-lation abzuschließen. Dieser Entschluß kostete dem alten Haudegen nochmehr Ueberwindung, als alle Unbequemlichkeiten, welche die Belagerungmit sich geführt hatte. Am 23. hielten die Franzosen über Trümmer undLeichenhaufen ihren Einzug, und Gerard und der junge Herzog von Or-kans statteten dem kühnen Vertheidiger einen Besuch in der halbverfal-lenen Kasematte ab. „Ich ehre den Muth überall/' sprach Gerard, „unddiese Ruinen sind die schönsten Zeugen des Ihrigen!" Die Besatzungwurde kriegsgefangen nach Frankreich abgeführt, wohin die Franzosen baldzurückkehrten. Marschall Gerard erhielt von den belgischen Kammerneinen Ehrendegen (30. December), und Frankreich beanspruchte späterEntschädigung, die ihm aber nur theilweise gewährt wurde. Die Mäßigungder Franzosen, denen man große Beutelust zugetraut hatte, beruhigte auchdie nordischen Großmächte, und Preußen löste sein Observationscorpswieder aus. König Leopold, seit dem 9. August 1832 mitLouise, Tochter