Band 
(1815 - 1854)
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Einsetzung des Verwaltungsrathes.

p. Kap.

Zeughaus erstürmt und Bronckowski und Dobrowolski alle Theater-,Concert- und Privatgesellschaften durch den Ruf: „die Russen mordendie Polen", aufgeschreckt, sodaß viele Tausende nach dem Arsenal eilten,um Waffen zu erhalten. Die noch treugeblicbenen polnischen Regimenterwankten um Mitternacht, und traten meist zu den Aufständischen über.Konstantin befahl am 30. November früh 8 Uhr den Rückzug auf daslinke Weichselufer, da Praga mit den Pulvermagazinen in die Gewaltder Polen gerathen war. Als am nächsten Tage auch der geringe Restpolnischer Truppen, die noch bei ihm ausgeharrt hatten, verlangte, nachWarschau zurückkehren zu dürfen, gab der Großfürst die russische Sacheverloren und zog sich mit 7000 Mann Russen längs der Weichsel bisPulawy. Dort überschritt er den Strom und setzte unaufgehalten seinenMarsch nach der russischen Grenze fort.

In Warschau herrschte grenzenloser Jubel und Mickiewiecz sangdamals: „sei gegrüßt du Morgenröthe der Freiheit; dir folgt die Sonneder Erlösung." Aus allen Theilen Polens kamen Zustimmungsadrcssennach Warschau; das Militair, der Adel und die gebildeten Stände be-geisterten sich für die Revolution. Die Obersten Skrzynecki und Ry-binsky und der General Szembeck führten ihre Regimenter selbst herbei,um sich der Sache der Nation anzuschließen (2. December). GeneralPac hatte den Befehl über die Truppen, Gras Lnbienski den über dierasch organisirte Nationalgarde übernommen, wurden aber schon am12. December durch Sierawski und Ostrowski ersetzt. Der FinanzministerFürst Lubecki versammelte bereits am 30. November den Verwaltungsrath,um eine Ausgleichung mit dem Kaiser herbeizuführen, und hatte sich denFürsten Czartoryski und Radzivill, den Grasen Kochanowsky, den greisenDichter Niemciewicz und den General Pac als Vertrauensmänner beige-sellt. Lelewel's Eintritt in den Verwaltungsrath, von der demokratischenPartei erzwungen, vereitelte jedoch die wohlmeinenden Zwecke dieser Ver-sammlung. Die Revolution mußte vielmehr als vollendete Thatsache an-erkannt und später sogar noch einige andere Demokraten, wie Bronckowski,Mochnacki, Machincki und Plichta als berathende Mitglieder aufge-nommen worden.

Der General Chlopicki wurde am 1. December an die Spitzeder Armee gestellt. Bis dahin hatte er sich versteckt gehalten, weil er vonvornherein an einem glücklichen Ausgange der Revolution verzweifelte,und ihm als einem Krieger der Napoleonischen Schule alle Volksbewe-gungen zuwider waren. Joseph Chlopicki stammte aus einem altenPolnischen Geschlechte und war im März l772 in Galizien geboren.Er trat früh in die Armee, machte die polnischen Revolntionskriege unterKosziusko mit und zeichnete sich bei Raclawice so aus, daß der Feldherrihn vor dem ganzen Heere umarmte. Als sein Vaterland den nordischen