Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
Seite
113
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2. Kap.)

General Joseph Chlopicki.

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Großmächten erlag, wandte sich Chlopicki nach Italien, kämpfte in der pol-nischen Legion gegen Suwarow, und schwang sich zum Obersten aus.Im Jahre 1807 führte er die Polen bei Eilau und Friedland, warddaraus mit der Weichsellegion nach Spanien gesandt und zeichnete sich na-mentlich bei der zweiten Belagerung Saragossas aus, was ihm den Rangeines Brigadegenerals verschaffte. Napoleon's Aufruf an die Polen zumKampfe gegen Rußland 1812 bewog ihn, zur vaterländischen Armee zu-rückzukehren. Theilnehmer an fast allen Schlachten des französischenHeeres in Rußland, Deutschland und Frankreich (1812—1814), zeich-nete sich Chlopicki durch seine eiserne Ruhe im Kugelregen, die Polendurch ihre Tapferkeit aus. Bei Napoleon's Fall trat Chlopicki in diepolnische Armee als. Divisionsgeneral, nahm aber nach wenigen Jahrenseinen Abschied, als Konstantin bei einer Musterung im sächsischen PalastChlopicki's Truppen heftig tadelte. Er erwiderte dem Großfürsten: „erhabe seine Ehrenzeichen und Lorbern nicht im sächsischen Palast gepflücktund wolle sie nicht hier zerpflücken und sich beschimpfen lassen." Alexandergewährte den Abschied sehr ungern, da Wellington Chlopicki einen derentschlossensten und tapfersten Krieger nannte, der ihm vorgekommen undder bei Freund und Feind Achtung verdiene. Wegen jenes Zwistes mitKonstantin zählte die revolutionaire Partei unter dem polnischen MilitairChlopicki zu den Ihrigen, obwohl er im Jahre 1821 Uminski erklärthatte, daß er nie die Anführung von Verschwörern übernehmen werde.Nnr im Lager sehe er sein Vaterland, da er sich, wie Phocion, in den Un-tergang desselben gefügthätte. Nur auf dem Schlachtfelde würde und könnesich der polnische Name Ehre erwerben und sein Andenken noch lange erhalten.Die Kräfte des russischen Reichs seien unermeßlich, jede Auflehnung da-gegen Wahnsinn. Diese Meinung vertrat Chlopicki auch in der Executiv-Commisfion des Verwaltungsraths; er ließ es daher geschehen, daß Kon-stantin ruhig nach 'Rußland abzog. Die revolutionaire Partei, welcheschon am 30. November den patriotischen Club gestiftet hatte, und durchdie Presse die öffentliche Meinung zu bearbeiten»anfing, befeindete in dermaßlosesten Weise Chlopicki, die Aristokraten und die konstitutionellen,welche vor den Folgen dieser Volkserhebung, die sie nicht gebilligt, zag-haft erbleichten. Sie erklärte die Sache der Polen für verloren, wennChlopicki nicht entschiedenere Maßregeln ergriffe. Wolle man Polen be-freien, so müßten auch revolutionaire Mittel nicht gescheut und der Auf-stand nach Lithauen, Volhynien, Posen und Galizien getragen, das Land-volk durch Aufhebung der Leibeigenschaft an die Nationalsache geknüpftwerden. Chlopicki war einerseits zu vorsichtig und klug. um durchersteren Schritt auch noch Preußen und Oesterreich wider Polen zu be-« waffnen, andrerseits zu conservativ, um durch letzteres Mittel die Grund-besitzer zu beeinträchtigen. Da er nicht mit der revolutionairen Partei

Weltgeschichte. NI. g