Band 
(1815 - 1854)
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Entsetzung des Hauses Romanow.

Waffen in der Hand fordern. Das hieße die Armee zur Schlachtbankliefern. Sein Streben sei auf Erhaltung der Konstitution und desKönigreichs in seinen gegenwärtigen Grenzen gerichtet."

Am nächsten Tage (18. December) versammelte sich der Reichstagaus eignem Antriebe und erkannte die Revolution als volksthümlich an.Chlopicki gab darauf seine Entlassung; der Reichstag, durch Szyrma'sStudenten eingeschüchtert, bat ihn, zu bleiben. Man setzte ihm nur eineAufstchtscommission und einen Nationalrath zur Seite und ging dannauseinander (20. December), jedoch nicht ohne eine Proclamation zur Recht-fertigung des Ausstandes erlassen zu haben. In dieser wurden alsGründe desselben angegeben: Die Unterdrückung der Preßfreiheit,die geheime Polizei, die mangelhafte Rechtspflege, der Aufenthalt derrussischen Truppen in Warschau, Vorenthaltung des Budgets, endlichdas Verlangen nach Unabhängigkeit und nach Wiedervereinigung mit denlithauischen Provinzen. Chlopicki misbilligte zwar diese Proclamation;dennoch wurde sie gedruckt. Bald darauf ließ er Lelewel verhaften,weil er glaubte, daß dieser eine Verschwörung gegen sein Leben beabsich-tigte. Aber das Ministerium erklärte sich dagegen und Chlopicki mußteLelewel wieder freilassen. Endlich bewirkten die Nachrichten, welcheJedzierski aus Petersburg mitbrachte (15. Januar 1831), den Sturzdes unverantwortlichen Dictators. Nikolaus verlangte nämlich unbedingteUnterwerfung und wies jede fernere Unterhandlung mit empörten Untertha-nen zurück. Wenn die Polen nach seinem Manifest vom 17. December 1830handelten, worin Absetzung jeder ungesetzlichen Behörde, Wiederherstellungdes Nationalraths und Concentrirung der polnischen Armee im Gouver-nement Plock gefordert wurden, eröffne er ihnen die Aussicht auf Am-nestie. Chlopicki empfahl im Ministerrathe diese Bedingungen zur An-nahme und da er auch gegen die Aufsichtscommission aus seiner Meinungbeharrte, entsetzte ihn diese der Dictatur, indem sie die Hoffnung hinzufügte,Chlopicki würde den Heeresbefehl beibehalten. Allein Chlopicki legte auchdiesen nieder, indem er erklärte, seine Pflicht nur im Gehorsam des gemei-nen Soldaten erfüllen zu wollen.

Als dies bekannt wurde, erwachte das Volk wie aus einem schwerenTraum; die Verehrung Chlopicki's verwandelte sich in glühenden Haß.Der Reichstag konnte ihn nur dadurch vor der Volkswuth schützen,daß er ihm Hausarrest gab. Am 20. Januar wurde der Fürst Radzivill,ein Freund Chlopicki's, zum Oberbefehlshaber ernannt, in der Hoffnung,daß dieser den unfähigen Fürsten mit seinem Rathe unterstützen würde.Roman Soltyk stellte darauf in der Landbotenkammer den Antrag, dasHaus Romanow vom polnischen Throne auszuschließen. Kammer undSenat erhoben den Antrag zum Beschluß (25. Januar), und verbrannten