Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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127
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2. Kap.j

Iwan Feodorowitsch Paskewitsch.

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Soldat nach gehabten Anstrengungen einer liebreichen Pflege entgegensah:so konnte man die Sache der Polen damals noch nicht für verloren halten,wenn ein Anführer von Geist und Entschlossenheit an der Spitze stand.

Dies sahen die Patrioten ein; das erkannte vor allen die demokra-tische und die constitutionelle Partei, besonders als Prondzynski eine An-klageschrift einreichte, worin er die Fehler des Obergenerals gründlich be-leuchtete. Allein die conservative Partei Czartoryski's, jeder entschiedenenMaßregel abhold, wünschte, Skrzynecki um jedem Preis zu halten, weil sievon den stürmischen Clubisten überholt zu werden fürchtete. Sie bewogden Reichstag, Skrzynecki eine Dankadresse zu überreichen, die üble Folgenhatte. Denn der intriguante und daher um so gefährlichere Kruko-wiecki dankte ab; Uminski, aus den Skrzynecki die Schuld schob, daßder Zug nach Lomza mislungen war, wurde von Skrzynecki abgesetzt und dergeniale Prondzynski verfolgt. Zugleich deutete Skrzynecki demReichstage an,es wäre besser, wenn die Form der Regierung geändert und nur Einer alsStatthalter an die Spitze gestellt würde. Er hatte dabei seinen FreundCzartoryski im Sinne. Ein darauf abzielender Antrag, den Ledochowskiim Reichstag stellte, fiel aber am 8. Juni, obwohl mit geringer Majorität,durch. Die Debatten darüber waren so heftig und aufregend, wieder Antrag, der sie hervorrief, unklug. Skrzynecki meinte, unter solchenUmständen seinen Freund Czartoryski nicht verlassen zu dürfen und ver-traute den talentlosen Generälen Jankowski, Butowski und Romarinoden Befehl über die Abtheilung an, welche Rüdiger aufhalten und aufChrzanowski zurückwerfen sollte. Allein Jankowski ließ sich bei Lysobykiam 19. Juni von Rüdiger schlagen, und wich nach Warschau zurück, ob-wohl er dem russischen General an Streitkräften überlegen war. Chrza-nowski setzte, um sich zu retten, eiligst aus das linke Weichseluser über.Das Mislingen dieses Plans fiel auf die Schultern Skrzynecki's, der sichnur dadurch vor Absetzung rettete, daß er Jankowski, Butowski undmehrere Officiere festnehmen und der Verrätherei anklagen ließ. HätteSkrzynecki nun einen großen Schlag gegen die Russen versucht, so würdeer sich selbst oder jeden andern, der ihm beliebte, haben zum Dictator er-nennen können. Allein Skrzynecki that nichts, obwohl sich ihm mehrmalsdie beste Gelegenheit dazu bot. Anfang Juli war nämlich der neue Ober-feldherr der Russen.Paskewitsch Eriwanski, in Polen angekommen.Iwan Feodorowitsch Paskewitsch, Graf von Eriwan stammte aus einemaltrussischen Geschlecht. Sein Vater war Oberst in Pultusk, als ihm1782 Iwan geboren wurde. In der Pagenanstalt zu Petersburg erzo-gen, trat Paskewitsch zeitig ins Heer, focht gegen die Türken von1806—1809, und gegen die Franzosen von 1812—1815. Als Chefdes Generalstabes in Georgien wurde sein Name zuerst bekannt, nament-lich durch den Sieg von Elisabethpol über Abbas Mirza (1826). Bald