2. Kap.)
Heinrich Dembinski.
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Obersten und kam durch ihn zu hoher Achtung, als sie bei Grochow sichin die Reihen der Kämpfer stellte. Skrzynecki übergab Dembinski denBefehl über eine Cavaleriebrigade. Dembinski's Ruf datirt von dem Ge-fecht bei Kustow, wo er mit 4000 Mann die russische Hauptarmee desGrafen Diebitsch einen ganzen Tag aufzuhalten verstand. Als Brigadierfinden wir ihn bei Ostrolenka, wo er die Brücke forcirte und mit jungenungeübten Truppen die doppelt überlegenen russischen Garden aus dieserfür unbezwingbar geltenden Stellung vertrieb. Während der Schlachtvon Ostrolenka erhielt er den Befehl zum Einmarsch in Lithauen.Durch den meisterhaften Rückzug aus diesem von Sümpfen und Wälderndurchschnittenen Lande hat er sich einen unsterblichen Namen in der Kriegs,geschichte gemacht. Hundert Stunden weit zog er in das unwegsame, vonFeinden wimmelnde Land, umging Wilna in einem großen Bogen bis andie Quellen des Riemen und der Wilia, verschwand den verfolgendenRussen auf zauberische Weise, um an einer unvermutheten Stelle wiederzum Vorschein zu kommen, und kehrte mit 1000 Gefangenen und fünferbeuteten Kanonen nach Warschau (2. August) zurück, indem er den an-fänglichen Bestand seiner Kriegskasse, 17 Thaler, auf mehrere Tausendeerhöht hatte.
Auf diesen Mann richtete der Reichstag seine Augen, als er am 10.August Skrzynecki's Absetzung verfügte. Allein Dembinski gehörte nichtnur zu derselben politischen Partei, welcher sich Skrzynecki und Czarto-ryski zuzählten, sondern trug auch eine so unverkennbare Achtung vor Skrzy-necki's militairischen Talenten und kriegerischem Heidenmuth zur Schau,daß er sich von seinem Vorgänger beim Heere einführen ließ. Dembinskibefahl nun im Geiste Skrzynecki's den Rückzug nach Warschau, trotzProndzynski's Vorstellungen, der die Kriegstüchtigkeit des Heeres viel-leicht überschätzte. Da brach in Warschau am 15. August ein Aufstandaus. Die Urheber desselben geborten den wüthendsten Clubiften an; ihrZweck lief auf eine Conventsregierung hinaus. Die gefangenen russischenund polnischen Generäle, russische Spione und eine russische Frau fielender Volkswuth zum Opfer. Czartoryski suchte Zuflucht im Lager; dieübrigen Regierungsmitglieder, außer Niemojewski, versteckten sich. Da er-schien Krukowiecki, der sich nach seiner Absetzung dem patriotischen Clubangeschlossen und den Jacobiner gespielt hatte, sucht das Volk zu beruhi-gen und wurde von ihm zum Gouverneur ausgerufen. Am 16. legten dieRegierungsmitgiieder, nachdem sie Prondzynski zum Generallissimus er-nannt hatten, ihre Würden nieder. Prondzynski dankte jedoch schon nachwenigen Stunden ab, als seine Absicht, sich zum Dictator zu ernennen,fehlschlug. Dembinski nahm die Befehlshaberstrlle wieder ein und schienentschlossen, die Intriguen und wahnsinnigen Handlungen der Demokra-ten mit kräftigem Arme niederzuschmettern. Durch den allseitigen Wider-
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