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Herzog Karl vertrieben.
s2. Kap.
tation der Residenz Gehör begehrte, und dem Herzoge die Beschwerdenund Wünsche des Landes in Betreff der Hebung des Wohlstandes undEinberufung der Stände vortrug, antwortete Karl ausweichend, ließ aberam Abend Kanonen vor der Aegidienkaserne auffahren, an die Truppenscharfe Patronen austheilen und die Beurlaubten einberufen. Wie we-nig Kraft der Herzog besaß, seinem Entschluß zum Widerstände Nach-druck zu geben, kam schon am 6. September zu Tage, wo er nur Lurchdie Schnelligkeit seines Kutschers vor den tödtlichen Steinwürsen desVolkes gerettet wurde. Kaum war der Wagen des Herzogs sicher hinterdem geschlossenen Portale seines Schlosses, als Karl das Militair herbei-holen ließ und die Anwendung der Schußwaffen befahl. Der Generallieute-nant von Herzberg, von der dem Herzog abgeneigten Stimmung derOfficiere und Soldaten unterrichtet, weigerte sich, den Befehl zum Feuernzu ertheilen, wenn der Herzog nicht selbst bei ihm stände. Der Magistratund der Polizeidirector überredeten ihn nun, die Errichtung einer Bürger-wehr zum Schutz des Eigenthums zu genehmigen. Der Herzog sah, daßer von allen Seiten verlassen wurde und rüstete sich zur Abreise, die erbald anzutreten gedachte. Am 7. September Abends stürmte das Volkdas Schloß; das Militair zog sich ohne Widerstand zurück und der Herzoggewann kaum Zeit, sich aufs Pferd zu werfen und unter dem Schutze derLeibhusaren zu entfliehen. Bald darauf loderte das Schloß seiner Väter,von einem wahnwitzigen Pöbel in Brand gesteckt, in Flammen aus, wobeifast das ganze Archiv und alle Geräthschaften und Mobilten untergingen.Die herbeieilenden Spritzen dursten nur die in der Nähe des Schlossesbefindlichen und von dem Feuer bedrohten Gebäude löschen, während jederWasserstrahl, der sich aus das Schloß richtete, von lautem Unwillen, javon förmlichen Wuthausbrüchen des Volkes begleitet wurde. Erst amMorgen des 8., als nur noch ein Theil des linken Schloßflügels standund die Gefahr für die umstehenden Häuser wuchs, erlaubte man die An-wendung der Spritzen. Der Pöbel verschwand nun im Dunklen; Bürger-garde und Militair bewirkten die Löschung des Palastes und stellten diegefährdete Ordnung wieder her. Der an demselben Tage zusammentretendeAusschuß der Landstände richtete eine Adresse wegen Uebernahme der Re-gierung an Wilhelm, den Bruder des vertriebenen Herzogs, welchernach Empfang jener Nachrichten am 10. September von Berlin im Lust-schlosse Richmond bei Braunschweig eintraf und aufEinladung einer Bür-gerdeputation seinen Einzug in Braunschweig hielt. Abgeordnete desAdels und der Bürgerschaft begaben sich hierauf nach London, Berlin undFrankfurt, um das Geschehene zu rechtfertigen, die absolute Regierungs-unfähigkeit des Herzogs Karl darzuthun und sich den Herzog Wilhelm zumLandesherrn auszukitten. Herzog Wilhelm übernahm zwar einstweilendie Leitung des Staats und fetzte ein volkssreundliches Ministerium unter