Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
Seite
145
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2. Kap.)

Herzog Wilhelm IV.

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dem Grafen Veltheim ein. Ueberhaupt zeigte er sich wohlwollend undhob mehrere drückende Verordnungen auf. Als ihn jedoch die Landständezur wirklichen Uebernahme der Regierung aufforderten (27- Septem-ber), antwortete er ausweichend, versprach, mit seinem Bruder in Unter-handlungen zu treten und rieth der Landschaft an, sich wegen des ange-deuteten Zweckes an den König von Großbritannien zu wenden (28.September). Hier in London suchte auch der Herzog Karl Hilfe und Bei-stand ; allein weder sein Oheim noch der deutsche Bund fanden sich ge-neigt, ihm beizustehen, da er durch sein Verfahren die legitimeSache zu starkcompromittirt hatte. Die Bundesversammlung in Frankfurt beschloß viel-mehr (4. November), „daß die in anerkannter Wirksamkeit bestehende Ver-fassung des Landes von, Jahre 1820 nur aus verfassungsmäßigem Wegeabgeändert werden könne", und übertrug am 2. December dem HerzogWilhelm die Regierung Braunschweigs. Dazu kam die Erklärung Wil-helms IV. vom 21. November, daß die Stände zur Abhilfe ihrer ge-rechten Beschwerden sich seines Schutzes und Beistandes gegen den Her-zog Karl zu versehen hätten. Fürst Metternich wurde sich vielleicht mitaller Kraft dem Beschlusse der Bundesversammlung widersetzt haben,wenn der Versuch des Herzogs Karl, sein Land wiederzuerobern,geglückt, und derselbe nicht Proclamationen mit den übertriebensten demo-kratischen Versprechungen verbreitet hätte. So aber kehrte Karl mit sei-ner Schaar von Abenteurern an der braunschweigischen Grenze um (29.November), als er die ernstlichen Gegenanstalten seiner Landeskinder be-merkte und von dem eigenmächtigen Schritte des Braunschweiger Militairsund der Bürgerschaft Kunde erhielt, wonach beide sich ihres ihm geleistetenEides selbst entbunden und geschworen hatten, im Fall der Kinderlosigkeitdes Herzogs Wilhelm, dem Hause Hannover zu huldigen. In Osterode,wohin sich Karl flüchtete, erregte seine Ankunft einen Auslauf, der ihmsolche Furcht einflößte, daß er zwei Stock hoch hinuntersprang, und überGräben und Zäune sich zu retten suchte. Nach solchen Vorgängen mußtejede Hoffnung für ihn schwinden, den braunschweigischen Thron noch ein-mal zu besteigen. Am 20. April 1831 erließ Herzog Wilhelm ein Patent,worin er erklärte: „daß sich die berechtigten Agnaten, von der absolutenRegierungsunfähigkeit des Herzogs überzeugt, dahin geeinigt hätten,die Regierung im Herzogthum Braunschweig für erledigt anzunehmen,und dieselbe definitiv dem Herzog Wilhelm zu übertragen." Am 25.April 1831 erfolgte Seitens der braunschweigischen Stände die Huldi-gung für den Herzog Wilhelm. Karl hielt sich seitdem in Paris und Lon-don auf und warf sich ganz den Demokraten in die Arme. Sein Nameward manchmal in den französischen Gerichtsverhandlungen genannt, na-mentlich 1833, wo er, durch Beschluß der braunschweigischen Agnaten,

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