Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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149
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2. Kap.)

Hannöversche Zustände.

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mochte die Regierung ruhig den Ovationen zusehen, welche man dendurchziehenden Polen bereitete. Der erste constitutionelle Landtag, beiwelchem der Bauernstand in Sachsen vertreten war, wurde am 27-Januar 1833 eröffnet und dauerte bis zum 30. October 1834. Dasich die Regierung aller Einwirkung aus die Wahl begeben hatte, so er-schienen zwar eine Menge unabhängiger Abgeordneter auf dem Landtage,der jedoch keinen Anlaß zu einer Störung des vertrauensvollen Verhältnisseszwischen Regierung und Ständen gab.

In Hannover hatte der allmächtige Graf Münster durch dasPatent vom 7. December 1819 über Einführung berathender Provin-zialstände. wovon die Bauern und der „Stand der Intelligenz" gänzlichausgeschlossen waren, vergebens die 1815 neuhinzugekommenen Landes-theile mit den alten zu verschmelzen gesucht. Das Land litt unter der all-gemeinen Zeitnoth; die Wunden der westphälischen Regierung waren nochnicht vernarbt. Der Bauer schmachtete unter Frohnden, der Bürger unterdem Uebermuth einiger patrizischer Familien, und die Advocaten, Aerzteund Professoren sahen mit Neid den ungemeinen Einfluß, welchen derGrundadel aus die Besetzung der Staatsämter ausübte. Dem allgemei-nen. durch die Julirevolution gesteigerten Mismuth gab eine anonymeSchrift: „Anklage des Ministeriums Münster" den ersten Ausdruck. Oste-rode und Göttingen wurden die Brennpunkte der beginnenden politischenBewegung. JnOsterode leiteten zwei Advokaten, vr. König undFrei-t a g, einen Bürgerverein, entwarfen eine Beschwerdeschrift an die Regie-rung und setzten den Magistrat ab, nachdem sie eine Bürgergarde errichtetbatten (5, Juni 1831), Diese Kunde verbreitete in Göttingen unter denStudenten lebhafte Sensation und einige Docenten, von der Zeitstimmungfortgerissen, wollten der Jnsurrection, die die Regierung nach wenig Tagendarauf durch Verhaftung der Osteroder Urheber gedämpft hatte. wiederaufhelfen. Am 8. Januar 1831 erschienen die Advocaten Sei den-sticker und Eggeling und die Privatdoccnten Schuster, Ahrensund von Rauschenplatt in Begleitung bewaffneter Studenten undBürger auf dem Rathhause, befahlen der Polizeicommission, sich aufzu-lösen, setzten einen neuen Gemeinderath ein, und errichteten eine Commu-nalgarde. Darauf entwarf man eine Adresse, welche eine von freigewähl-ten Volksvertretern berathene Verfassung forderte und sandte eine Depu-tation nach Hannover mit der Bitte an den Grafen Münster, die Adressean den König zu befördern. Die ganze Bewegung trug den Charakterder Harmlosigkeit an sich und war, bei allem Jubiliren und Jlkiminirenfrei von Gewaltthätigkeit und Unfug, wie er in anderen Städten vorge-kommen war. Die Regierung schritt aber mit Ernst dawider ein, um derschnellen Verbreitung revolutionairer Auftritte vorzubeugen. Generalma-jor von dem Busche erschien am 15. Januar mit 8000 Mann vor