2. Kap.)
Der Journalismus in Barern.
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scheu Biere, als von politischem Misvergnügen her. Indeß kostete dieserScandal mehreren Jünglingen das Leben oder die Gesundheit durch dasEinschreiten des gereizten Militairs. Die schon verfügte Schließung derUniversität wurde aus eine ehrerbietige Vorstellung der Bürgerschaft wie-der rückgängig gemacht. Bei dieser äußeren Ruhe in Süddeutschland tratdie liberale Bewegung desto nachdrücklicher in den Kammern auf.
In Vatern hatte König Ludwig (seit 1825) die Hoffnungen,welche er schon als Kronprinz bei den Liberale» erweckte, thcilweise ge-rechtfertigt, indem er Ersparungen im Staatshaushalt einführte und derPresse eine freiere Bewegung gestattete. Eisenmann begann 1829die Herausgabe des „bairischeu Volksblattes" in Würzburg; Rottecktrat 1830 an die Spitze der bei Cotta in Augsburg erscheinenden „poli-tischen Annalen", und G. A. Wirth redigirte ein osficiöses Blatt: „dasInland" in München. Belehrungen über das Wesen des Staates, nament-lich über die Verträglichkeit der Monarchie mit einem freien Volksleben,und sehr gemäßigte Hinweisungen aus nothwendige Reformen: das warder Inhalt dieser Blätter, deren Redacteure, selbst nach der Julirevolution,keine systematische Opposition gegen die guten Absichten der Regierunganzurathen wagten. Metternich befürchtete sogar, daß die „liberale Factionden König wohl ins Garn der ebenso undeutscbcn als schlechten Form derfranzösischen Gerechtigkeitspflege verstricken dürste", und sandte Warn-briefe ins Lager der Münchener Reaction, welche nun alle Hebel in Be-wegung setzte, um Ludwig auf andere Gedanken zu bringen. Der Mün-chener Stndeutentumult eröffnete dieser Partei den Zutritt zum Herzendes Königs. Am 28. Januar 1831 erschien eine von dem Minister vonSchenk contrasignirte geschärfte Verordnung über die Censur periodischerBlätter, welche uach der Verfassung bisher frei davon gewesen waren.Zugleich versagte die Regierung mehreren liberalen Beamten, die dasVolk zu Abgeordneten gewählt hatte, namentlich dem Bürgermeister Behrin Würzburg, dem Grafen von Benzel-Sternau und dem pensionirtenFreiherrn von Closen den Urlaub, um die Reihen der liberalen Oppositionzu schwächen. DieKammern wurden am 1. März 1831 mit einer Thron-rede eröffnet, worin der König Abschaffung einiger lästigen Steuern ver-sprach. Damit war aber die stark vertretene Opposition nicht zufrieden,sondern forderte mit Ungestüm und rücksichtslosem Freimuth, daß der Mi-nister Schenk in Anklagestand versetzt und das Censurmandat aufgehobenwerden sollte. Schenk mußte sich wirklich am 24. Mai zurückziehen undder König nahm am 13. Juni das Censuredict zurück. Der Sturm legtesich trotzdem nicht; vielmehr wurde jetzt das Budget einer genauen Erör-terung unterworfen und mehrere Posten, namentlich vom Militair- undBau-Etat und der Civilliste, gestrichen oder verändert. Einzelne Stimmentadelten die stets wachsende Zahl der Klöster, von denen seit fünf Jahrendurch Cabinetsbesehl zwanzig errichtet worden waren. Die Presse ahmte