2. Kap.)
Die Sachlage Württembergs.
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Tübingen (22. Januar 1831), ruhig vorüberging, nicht bewogen, dieStände einzuberufen, da ihr ohnehin die Steuern bis 1833 bewilligtwaren. Die Liberalen aber, welche die günstige Zeit nicht vorüberstreichenlassen wollten, um das constitutionelle Wesen vor den Eingriffen des Bun-des zu schirmen, setzten Petitionen wegen schleuniger Einberufung derStände in Umlauf. Als die Regierung nicht darauf einging, erfolgtenzahllose Angriffe der Presse auf das Ministerium, denen man höchstenOrts mit einer Verschärfung der Censur und dem Verbot politischer Ge-sellschaften antwortete. Der König, an dessen redlicher, constitutionellerGesinnung Niemand zweifelte, wünschte, daß sein Volk nicht die gesetzlicheBahn verlassen möchte und zog den Liberalismus selbst in sein Interesse,indem er den zeitherigen Präsidenten der zweiten Kammer, I>r. Weis-haar, ins Ministerium berief (4. April 1832). Weishaar war jedochzu keiner Ermäßigung seiner Gesinnungen zu bewegen und verweigerteseine Beihilfe, um die liberale Bewegung auf das frühere Maß einzudäm-men. Daher nahm er schon am 10. August seinen Abschied. Sein Nach-folger, vonSchlayer, der sich durch seltene Geschäftskenntniß und Ener-gie aus niederem Stande emporgearbeitet hatte, widerstand dem Andrin-gen der Liberalen mit unverkennbarem Muthe. Ein Feind der parlamen-tarischen Regierung, schien ihm ein genügendes Maß von Geschäftskennt-niß die einzige Norm zu sein, nach welcher höhere Staatsstellen besetztwerden dürsten. Die inzwischen veröffentlichten Bundesbeschlüsse vomJahre 1832 gaben Schlaher einen vortrefflichen Rückhalt, keine neue er-weiternde Interpretation der Verfassung zuzulassen, wie sie die Oppositionauf dem Vorlandtage zu Voll, unter Schvtt's Präsidium (30. April), ver-abredet hatte. Wollte nun der Liberalismus die Rechte der Stände er-weitern , so mußte er seine Angriffe aus die Competenz des Bundestagesrichten. Allerdings geschah dies durch Paul Pfizer (1833), indem erbehauptete, daß die Bundesbeschlüsse formell und materiell verfassungswi-drig seien, und auf eine Protestation gegen dieselben antrug (26. Fe-bruar). Das Ministerium, welches theils eine feindliche Entscheidung derKammer besorgte, theils die Opposition noch weiter treiben wollte, umnachher mit dem Liberalismus überhaupt zu brechen, erließ ein Geheime-rathsrescript (27. Februar), worin sie die Kammer aufforderte, Pfizer'SMotion „mit verdientem Unwillen" abzuwerfen. Darüber entstand eineheftige Bewegung in der Kammer Das Schreiben wurde an eine Com-mission zur Berichterstattung verwiesen. Uhland referirte im Namen derCommission und beantragte eine das Recht der Kammer wahrende Ant-wortsadresse, worin gegen „die vorgreifende Einschreitung, die für dieBeschlußfassung selbst die Gemüthsstimmung vorschreibe," protestirt wurde.Als dreiundsunfzig Mitglieder der Kammer diese Adresse billigten, lösteder König die Versammlung auf (22. März) und drohte, die Residenz