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Die badenschen Kammern.
j2. Kap.
Herrschaft der Corporationen befreit und vor den Einflüssen der Staats-gewalt sicherer gestellt wurden. Die Verfassung, welche durch die Kammervon 1825 alterirt worden war, stellte die Regierung sofort wieder her.
Die Eintracht zwischen Ständen und Gouvernement wurde durchWelcker's Motion aus eine den Nationalrechten gemäße Entwickelung derorganischen Einrichtung des deutschen Bundes gestört, welche, trotz derEinsprache des Ministeriums, am 15. Oetober 1831 vom Antragstellerbegründet wurde. Danach sollte die Regierung beim Bundestage daraufhinwirken, „daß der Artikel 13 der Bundesacte in allen deutschen Bun-desstaaten zur Ausführung käme, daß die Bundesgesandten constitutionellerStaaten verpflichtet werden möchten, in konstitutionellem Sinne zu stim-men, daß eine aus den Kammern gewählte Nationalrepräsentation alsDe-putirtenkammer neben die Bundesversammlung gestellt und der Bund zumZweck deutscher Ratio naleinheit organisch entwickelt werde."Auf die dringenden Vorstellungen des Ministeriums wurde jedoch die Be-rathung bis zum nächsten Landtage ausgesetzt. Was Welcker in seinerMotion ausgesprochen, wofür Deutschland in den Befreiungskriegen zumTheil mit gestritten, die Idee der Einheit Deutschlands, Das lebte nun inallen Gemüthern wieder auf und flammte als Hoffnuugsstern am politi-schen Himmel Deutschlands, der eine schöne und bessere Zukunft verkün-digte. Die Mängel und Gebrechen der Bundesverfassung, schon längst imHandel und Wandel fühlbar, kamen nun auch in der Kriegsverfassungzum Vorschein. Das Einschreiten des Bundestages gegen die Bewegung,von den Liberalen als Anmaßung von Souverainetätsrechten betrachtet,lenkte die Blicke der konstitutionellen Opposition auf die widersprechendeZusammensetzung des Bundes aus absolut-monarchischen und constitutio-nell-monarchischen Staaten, der freien Städte zu geschweigen. Indem sichOesterreich und Preußen gegenseitig und beide wiederum die constitutio-nellen Mittelstaaten mit eifersüchtigen Augen bewachten, schien Deutschlandzu einem geographischen Begriff zusammengeschrumpft und aus der Reiheder Großmächte ausgeschlossen. Jede freiere Regung, sei es im politischen,sei es im wissenschaftlichen, sei es im technisch-merkantilen Gebiete, littunter dieser Eifersucht. Darum strebte man, dieselbe zu beseitigen. Oester-reich, als Beschützer der Stabilität, mit seinem streng-monarchischen Sy-stem, seinen Monopolen und Prohibitivzöllen, hatte den ganzen Haß desliberalen Deutschlands aus sich gezogen und galt für den Stein des An-stoßes, wenn man die Bundesverfassung harmonischer gestalten, den Han-del der Mittelstaaten heben und dem gesummten Deutschland eine ehren-volle Stellung sichern wollte. Darum tauchten damals Stimmen aus,welche Oesterreichs Ausschluß aus Deutschland forderten und ihm denOrient, Rußland und die Türkei als Schauplatz seiner Thätigkeit anwie-sen. Preußen erfreute sich dagegen einer freundlichen Anerkennung seiner