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Machtlosigkeit der Bundesbeschlüsse.
s2. Kap.
den, abzustellen seien, und daß dem 13.Artikel der Bundesacte überall Genügezu leisten wäre. Der Bundesbeschluß vom nämlichen Tage zeigte, daß dieMittelstaaten in der Minorität geblieben waren. Nach diesem Beschlussesollten sich die Regierungen verpflichten, einander im Falle des Aufruhrsgegenseitig Hilfe zu leisten, dem Bunde von Unruhen Anzeige zu machen,ihre Gesandten mit ausgedehnten Vollmachten schleunigst zu versehenund die Censoren zur Wachsamkeit anzuhalten. Indeß erging auch dieAufforderung an die Fürsten, „gerechten Beschwerden landesväterlichabzuhelfen", in keinem Falle aber „unzeitige und der Gesammtheit gefähr-liche Nachgiebigkeit zu verrathen."
Diese Bundesbeschlüsse wurden indeß vom Zeitstrome so überfluthet,daß sich bis 1832 Niemand in den Einzelstaaten danach richtete. Diebeiden Großmächte, aus anderen Punkten beschäftigt, mußten der deut-schen Bewegung theilnamlos zusehen. Preußen, durch die öffentliche Mei-nung aufgefordert, verfolgte überdies einen andern Plan, nämlich, denBund in der öffentlichen Meinung nicht zu heben, sondern, indem es Un-terhandlungen mit den einzelnen Staaten zum Zweck eines die Freiheitdes Handels und der Industrie fördernden Vereins anknüpfte und durcheine gesetzmäßige Regierung die gebildeten und besitzenden Leute zu ge-winnen suchte, den Wunsch nach einer neuen Ordnung zu erwecken, die esdann in Uebereinstimmung mit seinen Principien schaffen wollte. Ausdiesen Ansichten, welche in der Denkschrift des Ministers von Berustoffvom Februar 1831 niedergelegt sind, erklärte sich theils die Billigung derbraunschweiger Revolution am Berliner Hofe, theils die Unthätigkeit desBundestages zur Erhaltung Luxemburgs, theils die Erfolglosigkeit derBemühungen zur Eröffnung der Rheinschifffahrt.
Mit dem Falle Warschaus änderte sich nicht nur die ganze Welt-lage, sondern auch die Ansicht des preußischen Cabinets. Bernstorff wartodt und der neue Minister des Auswärtigen, Ancillon, zeigte sichjenem Plane nicht geneigt. Rußland malte die Gefahren, von welchendie Monarchie Seitens des Liberalismus bedroht wurde, mit so schwarzenFarben, daß der preußische Hos alle anti-österreichischen Absichten fahrenließ und das Bündniß mit Petersburg und Wien fester knüpfte, Metter-nich und Neffelrode entwarfen nun den Plan, welcher bald ganz Europaumfassen sollte. In Italien, Deutschland und den Niederlanden soll dieRevolution mit allem Nachdruck bekämpft, in Portugal die Regierung deslegitimen, wenn auch despotischen Don Miguel aufrechterhalten und amenglischen Hofe durch die Königin das liberale Ministerium Grey gestürztwerden. Rußland versprach besonders den deutschen Regierungen jede mög-liche Hilfe, um ihr Ansehen gegen das demagogischePrincip zu befestigen,dessen Umsichgreifen der Kaiser nicht gleichgiltig ansehen könne.