Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
Seite
163
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2. Kap.) Unterdrückung der Zeitschriften. 163

Die Wirkungen dieser Pläne ließen sich bald verspüren. Am27. October 183b erließ der Bundestag ein Verbot, das Sammelnvon Unterschriften zu Adressen und das Einreichen derselben betref-fend, erneuerte am 10. November die Karlsbader Beschlüsse bis zur Ver-einbarung über ein definitives Preßgesetz und verbot am 19. Novemberdie in Straßburg erscheinende und äußerst stark extravagirende Zeit-schrift: „das constitutionelle Deutschland " Gleiches Schicksal traf am2. März 1832 die rheiubairischen, freilich dem Republikanismus huldi-genden Blätter: „die deutsche Tribune", von Wirth, „der Westbote" vonSiebenpfeiffer und die Hanauer „neuen Zeitschwingen" von Stein. End-lich kamen auch höher gehaltenen Blätter des liberalen Constttutionalis-mus: „ der Freisinnige", von Rotteck und Welcker (19. Juli), und die„politischen Annalen" (14. September), nebst mehreren anderen, selbst ge-mäßigten Zeitschriften, daran. Dieses entschiedene Vorgehen des Bundes-tages wirkte auf die Ständekammern niederschlagend, während es dieLibe-len zum Widerstände aufreizte. Man wollte es sich nicht gestehen, daß derkaum überwundene Schrecken vor dem Bundestage die Gemüther sobalddemüthigen und in das alte Gleis zurückführen könnte. Die liberalenSchriftsteller ermuthigten das Volk und stärkten es in dem Wahn, daßalle Reactionsversuche an der „erhabenen Wahrheit der liberalen Ideen"scheitern müßten. Börne's Briefe aus Paris (November 1831) gabender liberalen Presse einen hinreißenden, verführerischen Schwung. DieReaction sah sich Plötzlich mit einer fast tollkühnen Rücksichtslosigkeit be-handelt, die deutschen Großmächte sich mit Hohn und Spott überschüttet,und sogar Preußen durch radicale Blätter aus dem deutschen Bundes-leben verbannt. Siebenpfeiffer besprach im „ Westböten " „DeutschlandsWiedergeburt" durch einen Verein der konstitutionellen Mittelstaaten, des-sen Regierungssorm er noch unentschieden ließ, und forderte engern An-schluß jener Länder an Frankreich. Franken und Rheinbaiern waren dieHerde der revolutionären Presse. Im Rheinkreise wirkten vr. Siebenpfeiffer,Kolb und vr. Wirth. Um den Kampf gegen die verbundene Macht derFürsten, des hohen Adels und Beamtenthums und der Geistlichkeit zu be-stehen , erließ Wirth im Februar 1832 einen Aufruf ans deutsche Volkzur Gründung von Preßvereinen, der lebhaften Anklang fand. Der Zweckdieses von Schüler, Savoye und Geib geleiteten Vereins bestand darin,die liberalen Zeitungen und Schriften zu verbreiten, die Geldbußen fürPreßvergehen zu bezahlen und für die Familien derjenigen Schriftstellerzu sorgen, welche zu Gefängnißstrafen verurtheilt würden- Die rascheAusbreitung der Preßvereine in Deutschland, ja unter den Flüchtlingenaller Nationen zu Paris, die bedeutenden Geldopfer, welche sie brachten,die gerechten Besorgnisse, daß diese Associationen den Kern eines großen

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