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Das Frankfurter Attentat.
s2. Kap.
Gedanken geheimer revolutionärer Verbindungen recht befreunden zu kön-nen. Dagegen gewannen die Frankfurter die germanische Fraction derBurschenschaft, indem sie den Jünglingen vorspiegelten, daß in Württem-berg das ganze Heer, außerdem noch an 100,000 bewaffnete Bürgerund Bauern des südwestlichen Deutschlands bereit seien, der Rwolutionihre Arme zu weihen. Diese Streitkräfte schmolzen jedoch in Wahrheitaus wenige Hunderte zusammen, welche der Oberlieutenant von Koserizin Württemberg und der Militairarzt Breidenstein unter den heffen-homburgischen Soldaten gewonnen hatten. Außerdem waren es nur Ein-zelne, wie der aus der Jordan'schen Sache bekannte Apotheker Döringin Marburg, der Rector Weidig in Butzbach, der Or. Hundeshagen inGießen, die für die Revolution ohne sonderlichen Erfolg wirkten. DerBuchhändler Franckh in Stuttgart, ein vermögender und ehrgeizigerMann, machte den Vermittler zwischen den Frankfurtern und Württem-bergern, die sich gegenseitig das erste Auftreten im Nevolutionsdramazuschoben, und zwischen der deutschen und polnischen Emigration in Paris.Durch falsche Nachrichten wurden alle revolutionäre» Clubs getäuscht, umdie Leute nur zu einem Anfang zu bestimmen. Diese Meinung, daß einAnfang gemacht werden müsse, theilte auch v>. Gärth, und bewog die inFrankfurt versammelten Burschenschafter, das Unternehmen auf gut Glückzu wagen, indem er den, nach vr. Rauschenplatt's Einwürfen bereitsSchwankenden vorhielt, wie sie durch ihre Feigheit eine große erhabeneSache aufs Spiel setzten. Auf diese Weise kam das traurige Frank-furter Attentat zu Stande.
Am 3. April Abends um 9'/^ Uhr setzten sich 60 bis 70 Ver-schworene zugleich in Bewegung. Ein Haufe unter Rauschenplatt stürmtdie Hauptwache, ein anderer unter Gärth und dem polnischen Major Mi-chalowski die Constablerwache mit leichter Mühe. Die Aufforderung derVerschworenen an das Volk, sich ihnen anzuschließen, blieb dagegen er-folglos. Bald ruckte Frankfurter Militair heran und nahm die Haupt-wache wieder, welche der Student Rubner mit einem Heldenmuth ver-theidigte, der wünschen läßt, er wäre einer bessern Sache zu Theil ge-worden. Die von Allem aus Paris vorher unterrichtete BehördeFrankfurts, ließ, um den Zuzug abzuschneiden, sofort die Thore schließen,an denen sich wirklich einige 60 Bauern einfanden, aber bald wiederumkehrten. Denn mittlerweile war die Constablerwache nach einem ernst-haften Gefechte in die Hände des Militairs gefallen. Die Insurgentenhatten sich in den Straßen zerstreut, wurden aber meist ergriffen und zurHaft gebracht. In diesen Tagen beabsichtigten auch die Polen in Bc-sanyon, durch die Schweiz nach Deutschland zu ziehen, was die Schwei-zerische Bundesregierung jedoch verhinderte.