Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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181
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2. Kap.)

Die Schweizerrevolutionen.

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und entschied sich endlich für eine Trennung beider. Das alte LandSchwyz verwarf diesen Beschluß und verband sich zu Tarnen mit Uri,Unterwalden, Wallis, Neufchatel und Basel-Stadt. Darauf besetzteAbyberg mit 600 Mann Küßnacht (31.Juli 1833), fand aber sowenigAnhang, daß die Tagsatzung Zeit gewann, Truppen einrücken zu lassen.Die Sarner Conferenz wurde aufgelöst und Schwyz trennte sich in einenäußeren und inneren Canton, jeder mit einer besonderen Verfassung(27. April 1832 und 11. October 1833).

Neufchatel, ein dem König von Preußen gehöriges Fürstenthum,und seit 1815 in den Schweizer Cantonalverband aufgenommen, wurdevon heftigen Bewegungen erschüttert. König Friedrich Wilhelm III.sandte den Generalmajor von Pfuel als landesherrlichen Kommissar nachNeufchatel (März 1831). Dieser nahm zwar einige wichtige Reformenvor, konnte aber die Radicalen nicht zufriedenstellen. Diese, von Bour-quin geführt, strebten vielmehr, den Canton ganz von Preußen loszureißen,während die Patrizier im Gegentheil eine Trennung von der Schweizbeabsichtigten. Bourquin nahm am 13. September mit einigen Frei-schaaren Neufchatel ein, und kündigte dem Könige von Preußen den Ge-horsam auf, ohne sich an den fürstlichen Domainen zu vergreifen. Diepatrizische Regierung in Valeugin rief Preußische Hilfe an; die Tagsatzungintervenirte jedoch, bevor Pfuel ankam, vertrieb die Insurgenten und er-mahnte alle Parteien zur Ruhe. Pfuel ernannte nun einen neuen Staats-rath und schug die Freischaaren, welche sich nochmals zu einem Handstreichverbunden hatten, bei Cortailloud (18. December 1831). DieGefangenen wurden später begnadigt, nachdem Pfuel's Reformen die bis-herigen Mangel und Uebelstände beseitigt hatten. Die Regierung bliebin den Händen der Patrizier, welche, da sie eine specifisch-monarchischeGesinnung zur Schau trugen, der Tagsatzung zu vielen Beschwerden übermit der Schweizerpolitik nicht Vereinbares Veranlassung gaben. Ein AntragNeufchatels, aus dem Cantonalverbande auszuscheiden, wenn man demCanton nicht in allen eidgenössischen Beziehungen den Titel: „Fürsten-thum Neufchatel" verstatte, bestimmte die Tagsatzung zu der Drohung,daß sie Neufchatel militairisch besetzen würde (1834).

Seit 1830 erlangte die Angelegenheit der Schweiz eine europäischeBedeutung. Zwei Punkte waren es, welche die Augen der Diplomatenund der Völker auf die Schweiz zogen: die Ausnahme der politischenFlüchtlinge und die Ausbreitung der Hierarchie in der Schweiz. Wasersteren Punkt anlangt, so fanden sich die benachbarten deutschen unditalienischen Regierungen in der Lage, über das Asylrecht der SchweizKlage zu führen. Solange Louis Philipp seinen Thron weder gegendie inneren Factionen, noch gegen die Angriffe der heiligen Allianz ge-sichert wußte, hielt er die freundnachbarlichen Beziehungen zu der Schweiz