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Die Schweizerrevolutionen.
s2. Kap.
aufrecht und bestärkte letztere im Widerstände gegen die Forderungen andererRegierungen, den Flüchtlingen den Aufenthalt zu versagen. Die Schweizwurde daher der Heerd der europäischen Revolution, von wo aus dieNachbarländer in Unruhe versetzt wurden. Im Jahre 1835, wo Fies-chi's Attentat eine vollständige Umwandlung der französischen Politikbewirkte, änderte sich dieses Verhältniß, da Frankreich die Schweiz aus.gab und sich den beschwerdeführenden Regierungen beigesellte. Eine MengeThatsachen und Ereignisse drängten sich zusammen, um Las Schuldbuchder Schweiz vollzumachen. Der italienische Flüchtling GiuseppeMazzini, ein Mann voll Feuer und Begeisterung für die Freiheit undEinheit Italiens, aber nicht wählerisch in den Mitteln, und fanatischund excentrisch in seinen Plänen und deren Ausführung, hatte die Schweizzum Schauplatze geheimer Verbindungen gemacht. Die Flüchtlinge jederNation traten in gewisse Bünde zusammen: das „junge Deutschland",das „junge Italien", das „junge Polen" u. s. w., die mit einander denBund des „jungen Europa" stifteten. Das „junge Europa" sollte der Ty-pus einer republikanischen Konföderation aller Völker sein. Das ersteLebenszeichen von dem Bestehen dieses Bundes war der Angriffauf Savoyen,den die Flüchtlinge im März 1834 unter Leitung des ehemaligen polni-schen Generals Romarino unternahmen, der aber so kläglich ausfiel, daßsich die Flüchtlinge schon auf der Grenze zerstreuten. Bern, welches Haupt,sächlich comprvmittirt war, wurde mit drohenden Noten von Savoyen,Rußland und den Deutschen Staaten förmlich überschüttet und trafendlich Maßregeln zur Ueberwachung der Flüchtlinge. Der Vorort Zürichkam, unter Beistimmung der Tagsatzung, den Wünschen des Auslands nach,internirte die Flüchtlinge oder wies die gefährlichsten aus (22. Juli1834). Das radicale Bern, trotzend auf seine Cantonalsouverainetät,beherbergte indeß noch immer einen hübschen Stamm deutscher und italie-nischer Flüchtlinge, welche die deutschen Handwerksburschen zu einem re-publikanischen Fest im Steinhölzli (27. Juli 1834) versammelten,weswegen die deutschen Regierungen ihre Drohungen wiederholten. ImJahre 1835 wurde Bern Vorort. Württemberg und Baden sperrtennun wirklich die Grenzen; Preußen und Oesterreich untersagten ihrenHandwerkern das Wandern in der Schweiz, den Studenten den Besuchder Universitäten Bern und Zürich. Der Vorort sah sich zur Nachgiebig-keit genöthigt und räumte sorgsam alle Hindernisse des freundnachbarlichenVerkehrs aus dem Wege. Sofort knüpfte Oesterreich die abgebrochenendiplomatischen Verbindungen wieder an, indem es dem Vorort den TodKaiser Franz's I. mittheilte. Die übrigen deutschen Staaten folgtendiesem Beispiel und hoben die früheren Beschränkungen des Verkehrsgrößtentheils wieder auf.