Band 
(1815 - 1854)
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186
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Aufstände in Italien.

(2. Kap.

Rührigkeit und regte Bürger und Bauern auf. welche im Kirchenstaat undin Modena unter den schlechten Zeitläufen, wie unter ungeschickten Verwal-tungsmaßregeln litten, während der von den Großmächten damals aus-gesprochene Grundsatz der „Nichtintervention" die Carbonarisnoch mehr zu einer Schilderhebung reizte.

In Modena und Bologna fanden blutige Auftritte statt, und derHerzog von Modena flüchtete sich nach Mantua. Ueberall von Parmabis Ancona herab bildeten sich Provisorische Regierungen und Bürgergar-den , welche sogar die päpstlichen Truppen vor Civita Castellana zurück-schlugen. Daraus vereinigten sich die Deputirten der aufständischen Pro-vinzen in Bologna und wählten den Advocaten Victni zum Präsidenten„der vereinigten Provinzen Italiens".

Metternich hatte kaum von diesen Vorfällen Nachricht erhalten, alser Boten an den lombardischen Armee-Commandanten Frimont absandte,mit dem Befehl, zu Gunsten der bedrohten Legitimität einzuschreiten.Am 5. März überschritten die Oesterreicher unter Geppert die GrenzenModenas, erstürmten die Schanzen von Novi und rückten am 7. März in Mo-dena ein. Die provisorische Regierung hatte sich zerstreut und der zum Dic-tator ausgerufene General Zucchi retirirte mit den Milizen nach Bo-logna, wo er alle Streitkräfte der Insurgenten sammeln und in der festenPosition von Rimini ein Gefecht bestehen wollte. Die Oesterreicher dran-gen jedoch unaufhaltsam vorwärts und vertrieben Zucchi aus Rimini(25. März). Als dieser sich nach Ancona zurückzog, erblickte er schonvon fern die päpstlichen Fahnen aus den Wällen und Thürmen. Sar-cognani hatte die Festung dem gefangenen Cardinal Benvenuti gegendas Versprechen übergeben, den Insurgenten beim päpstlichen StuhleGnade auswirken zu wollen, was dem Cardinal jedoch nicht glückte. DieHäupter des Aufstandes flohen übers Meer nach Frankreich oder denionischen Inseln, wurden aber meist von österreichischen Schiffen eingeholtund in österreichische Festungen gebracht.

Im Juli zogen die Oesterreicher wieder nach Hause, nicht ohne diepäpstliche Regierung zur Abstellung sichtlicher Misbräuche ermähnt zuhaben. Blieb Gregor XVI. zwar für die warnende Stimme der Freund-schaft nicht taub, so ergriff er doch auch andere Maßregeln, welche die Be-wohner erbitterten. Die Vermehrung der päpstlichen Truppen durchbäuerliche, zügellose Milizen und die Schließung aller Universitäten ausein Jahr erregten Schrecken und Misvergnüzen. Bologna, das seinenHauptverdienst durch die letzte Verordnung geschmälert s-h, widersetztesich thätlich, öffnete die Universität wieder und berief auf den 24. Decem-ber 1831 Abgeordnete aller Städte der Romagna, welche der päpstlichenRegierung den Gehorsam aufkündigten, wenn sie Truppen dahin absendeoder die versprochenen Reformen nicht bald ins Werk richte. Die Bür-