Band 
(1815 - 1854)
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Das Ministerium Soult.

(2. Kap.

liche Stimme, von Cormenin's scharker Feder bestochen, gegen die Apanagedes Herzogs von Nemours. Für diesen verlangte der König nämlich dieDomaine Rambouillet nebst Chateauneuf, deren Einkünfte er mit480,000 Francs veranschlagt hatte, die aber wohl zwei Millionen brin-gen konnten. Louis Philipp löste daher die Kammer auf. Die Kammernvon 1838 (17. December) täuschten alle Erwartungen des MinisteriumsMole. Die Thronadresse enthielt verletzende Anspielungen auf das Selbst-regieren des Königs und griff besonders die auswärtige Politik in Bel-gien, der Schweiz, Italien und Spanien an. Die Deputirten erklärten,nur widerwillig die Opfer zur Colonisation Algiers herzugeben, obwohlKonstantine (1837) erobert worden war, und verweigerten endlich dieZustimmung zu dem Plane, ein Eisenbahnnetz auf Staatskosten durchFrankreich zu legen. Das kräftigere Auftreten gegen Mexico versöhntenicht mit einem System, das blos auf Korruption, die Furcht der Bour-geoisie vor Emeuten, die Einschüchterung bei den Wahlen und die Ver-folgung der Presse gebaut war. Der Proceß gegen den ehemaligen Po-lizeipräfecten Gisquet, machte die Bestechlichkeit des Beamtenstandes unddie verwerflichen Mittel, welche die Regierung angewendet hatte, um dieWahlen zu ihren Gunsten zu lenken, so offenbar, daß die eitlen Franzosenes gar nicht beachteten, wie der Prinz Joinville und der Admiral Baudindie mexikanischen Küstenplätze beschossen und von den Mexicanern dieEntschädigung für die französischen Kaufleute, welche in den bürgerlichenWirren Mexicos Verluste erlitten hatten, erzwängen.

Die Niederlage des Ministeriums in den Kammern war vorzüglicheiner Vereinigung der Guizot'schen Partei mit der Thiers'schen zuzu-schreiben. Molo dankte am 22. Januar 1839 ab, bedielt jedoch aufBitten des Königs nochmals sein Portefeuille, als Soult sich weigerte,ohne Thiers ein neues Ministerium zu bilden. Nun mußte die Kammerausgelöst werden. Die Neuwahlen zeigten indeß dem Ministerium, daßes im Land aus keine Unterstützung rechnen dürfe. Es trat definitivab (9. März) und der König führte einstweilen mit einem sogenanntenGeschästsministerium die Regierung. Die Ministerkrise endete am 13.März, nachdem die Republikaner in Paris eine erfolglose Emeute gemachthatten (12. März). Marschall Soult wurde Präsident und Ministerdes Auswärtigen, Teste erhielt die Justiz, Villemain den Unterricht,Duchatel das Innere, Passy die Finanzen. Dieses Ministerium berück-sichtigte die öffentliche Meinung hinsichtlich der äußeren Politik mehr. Alses aber nochmals die Dotation des Herzogs von Nemours einbrachte,stürzte es (Februar 1840), da die Majorität sich dagegen aussprach.Jetzt blieb dem Könige nur noch Thiers übrig. Louis Philipp ließ ihnrufen und ertheilte ihm Vollmachten zur Bildung eines Cabinets. ImMärz 1840 überreichte Thiers, der sich den Vorsitz und das Auswärtige