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(1815 - 1854)
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224
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224 Das Ministerium Soult-Guizot. (2. Kap.

(21. October). Er konnte das, wie ihn sein scharfer Blick lehrte, ohneGefahr thun, denn Thiers hatte weder die radicale Partei durch Vorlageeines freistnnigeren Wahlgesetzes, oder durch Suspension der verhaßtenSeptembergesetze von 1835 gewonnen, noch dem üers-xarti und derBourgeoisie, die eine Störung des französischen Handels und Gewerb-fleißes fürchteten, Garantien gegeben, daß ihre Interessen beachtet und derArbeiterstand in Schranken gehalten werden sollte. Am 29. October1840 trat das Ministerium Soult-Guizot an die Stelle des kleinenThiers, der sich nun ebenfalls abgenutzt und seine kurze Rolle ausge-spielt hatte.

24. Die orientalische Frage. Sultan Mahmud II. undMehemcd Ali. Rußlands und Englands Politik in derTürkei und im Kaukasus. David Urquhart. Schamyl.

Seit dem Frieden von Paffarowitz (N. G. 161.) hatte die Pforteden Glauben an ihre Furchtbarkeit eingebüßt. Im Frieden von KutschukKainardschy, (N. G. 239) welcher Rußland zuerst das Schutzrecht überdie griechische Kirche in Konstantinopel gab, verlor die Türkei ihr euro-päisches Ansehen. Geschickt wußte Rußland das Axiom zu ver-breiten, daß die Pforte alle Spuren der Auflösung zeige, weshalb man sichim Voraus über die Beute verständigen müsse. Der Krieg, welchen Kai-ser Joseph und Katharina gegen die Osmanen führten (N. G. 250),hatte keinen andern Zweck, als das türkische Reich zwischen Oesterreichund Rußland zu theilen. Die Pforte erwehrte sich aber ihrer Feinde undein Jahrzehnt später hatten sich die Verhältnisse Europas so geändert,daß Frankreich und England durch die Revolution aus ihrer Schlaffheitgerissen, mit wachsameren Augen das Intriguen- und Kriegsspielder Russen beobachteten. Napoleon entdeckte mit seinem gewohntenScharfblick, daß die Pforte ohne eine gründliche Reform im Finanz- undHeerwesen bald unterliegen müsse, und überzeugte den Sultan Selim H1.von der Nothwendigkeit, sein Heer mit Hilfe französischer Osficiere neuzu organisiren. Allein die Kriegerkaste der Janitscharen und die fanatisch-altgläubische Partei derUlemas stürzten den Sultan, nicht ohne englischenAnreiz, vom Throne (1807). MustaphalV. folgte und Napoleon verstän-digte sich nun in Tilsit mit dem Kaiser Alexander über eine Theilung desosmanischen Reichs. Rußland sollte die Donaufürstenthümer und Bul-garien , Frankreich aber Macedonien, Thessalien, Griechenland, Epirusund Albanien, Oesterreich endlich Serbien und Bosnien bekommen; dasWeichbild von Konstantinopel, Rumelien und Natolien sollten der Pforteverbleiben. Da Alexander aber zu heftig auf einer sofortigen Besitz-nahme der Donaufürstenthümer bestand und statt Bulgariens einzig und