2. Kap.j
Krieg in Syrien.
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Volk lebt. welches nur durck Zwang zur Arbeit und Thätigkeit zu bewe-gen ist. Die Fellahs (Bauern) wurden jetzt nichts als Verwalter des Pa-schas, der sich als Eigenthümer des Grundes und Bodens betrachtete; fiemußten die Ernten in öffentliche Magazine abliefern und erhielten einenbeliebigen Preis dafür. Der Handel war Monopol des Paschas. Mehe-med Ali und sein kriegerischer Adoptivsohn, Ibrahim Pascha, suchtenihre Herrschaft immer weiter auszudehnen. Klüger, als der Großsultan.wußten sie sich mehr in der Gunst der Altgläubigen zu erhalten, ja dieBlicke derselben auf sich zu lenken, als Diejenigen, welche den Islam vorden zersetzenden Reformen des Padischah's retten könnten. Dazu hatteder Kamps Mehemed Ali's gegen die Wechabiten in Arabien sehr viel bei-getragen (1818). welche, in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts ent-standen. gewissermaßen als die Puritaner unter den Moslems zu betrach-ten sind. Indem Mehemed Ali die Pforte im griechischen Kriege unter-stützte (1824 —1827), glaubte er gerechte Ansprüche auf die Dankbar-keit des Großherrn zu haben. Die bosnischen Wirren, die nicht ohne seinVermissen stattfanden, gaben ihm die erwünschte Gelegenheit, den Lohnfür seineDienste zu fordern. Er hatte das Paschalik von DamascuS ver-langt , bekam aber statt dessen Kreta, worüber er sich mismuthig zeigte,da Syrien seine Habgier reizte. Als nun der Pascha Abdallah von Akredem Sultan den Gehorsam verweigerte und ägyptische Unterthanen zu-rückhielt, zog Mehemed Ali gegen ihn das Schwert, indem er das Gerüchtverbreitete, es geschähe mit Bewilligung des Sultans. Am 29.October 1831 überschritten die ägyptischen Truppen unter IbrahimPascha die syrische Grenze, nahmen Gaza, Jaffa und Jerusalem, und be-lagerten Akre. Die Pforte mahnte zwar Mehemed Ali von seinem eigen-mächtigen Beginnen ab, dieser ließ sich aber nicht stören. Darauf thatder Sultan (23. April 1832) den ägyptischen Pascha in den Bann.Aber Ibrahim rückte, von den kriegerischen Drusen des Libanon freudigempfangen, immer weiter vor. Im Mai fiel Akre, im Juni DamascuSund Haleb. Endlich ermannte sich die Pforte und sandte Hussein miteinem Heere ab; die Vorhut commandirte Mehemed Pascha, der im Rufeeines tüchtigen Taktikers stand und sich selbst dafür hielt, weshalb er dieBefehle Huffein's wenig beachtete. Diese Uneinigkeit im türkischen Heereerleichterte Ibrahim den Sieg. Am 9. Juli 1832 wurde Mehemed Paschabei Homs und am 27. Juli das türkische Hauptheer bei Be plan ge-schlagen und gänzlich zersprengt. Der herrschsüchtige Seraskier ChosrcwPascha soll es dem Heere haben an Allem fehlen lassen, damit Husseineine Niederlage erleide und er selbst an die Spitze der Armee gestellt werde.Sultan Mahmud wußte aber die militairischen Talente ChoSrew's besserzu würdigen und übertrug dem schlauen Redschid das Kommando überdie syrische Armee. Redschid's Plan war sehr geschickt angelegt. Da er
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