Band 
(1815 - 1854)
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Siege Ibrahim Paschas'.

j2. Kap.

seine Truppen nicht für manövrirsähig hielt, wollte er Ibrahim im klei-nen Kriege aufreiben. Chosrew drängte jedoch zur Schlacht und beredeteauch den Sultan, daß er dem Großvezier den Befehl dazu schickte. Red-schid gehorchte gegen seine Ueberzeugung und — verlor die Schlacht vonKonieh (20. December 1832). Der tapfere Feldherr gerieth selbst indie Gefangenschaft Jbrahim's. Die Türkei hatte weder Heere, noch An.führer mehr. Ibrahim stand der Weg nach Konstantinopel offen. Dieswar der Augenblick, wo Rußland dem Großherrn seine Hilfe uneigennütziganbot, da England und Frankreich damals außer Stande waren, Unter-stützung zu leisten. Mahmud zögerte zwar, dies Danaergeschenk anzu-nehmen, rief aber zuletzt (21. Januar 1833) doch die russische Hilfean, da Ibrahim unaufhaltsam vorrückte. In Sebastopol lag schon Allesbereit und harrte des Moments, um im Bosporus Anker zu werfen. Dierussische Flotte landete bei Skutari, ein Landheer zog über die Donauund den Balkan nach der türkischen Hauptstadt. Kaum hatte Louis Phi-lipp davon Nachricht erhalten, als er einen außerordentlichen Botschafter,den Admiral Roussin, nach Konstantinopel schickte, der auch keine großeMühe hatte, den Sultan von der Gefährlichkeit und Zweideutigkeit derrussischen Hilfe zu überzeugen. Allein Roussin vermochte bei Mehemed Alidie Vergleichspunkte nicht durchzusetzen, welche er dem Sultan vorgeschla>gen hatte, und Ibrahim war schon der bosporanischen Küste nahe. Dieganze Diplomatie gerieth in eine sehr geschäftige Aufregung. Von zweiSeiten drohte der Pforte die Auflösung: von der Seite ihres FeindesAli, und von der ihres Freundes Rußland. Die englischen und die fran-zösischen Flotten waren fern, Oesterreich unthätig, Preußen zu abgelegenund zu wenig betheiligt. Da drangen alle Diplomaten in den Sultan,die Forderungen Ali's zu genehmigen und Rußland widersprach nicht,und so kam am 6. Mai 1833derFriedezuKutajahzuStande, in Folgedessen Mehemed Ali ganz Syrien und das Gebiet von Adana erhielt, undim erblichen Besitz von Aegypten, Kreta und Arabien bestätigt wurde.

Die Russen entfernten sich, nachdem sie den Sultan zur Schließungdes Vertrags von Unkiar-Skelessi <8. Juli 1833) überredet hat-ten, indem sie dem Padischah Angst machten, England und Frankreich, diejedenfalls im geheimen Bunde mit Mehemed Ali gewesen seien, würdenbei gelegener Zeit ihre Angriffe gegen die Pforte wiederholen. DerDefen-fivvertrag von Unkiar-Skelessi brachte die Türkei in völlige Abhängigkeitvom Czaren, da die Vertheidigung, die beide Mächte einander zusagten,sich auf alle Gegenstände erstrecken sollte, welche die Ruhe und Sicher-heit ihrer Staaten betreffen. Rußland verzichtete jedoch großmüthig aufdie vertragsmäßige Hilfe Seitens der Pforte, und erbat sich dafür blosdie Schließung der Dardanellen für alle fremde Kriegsschiffe. Jetzt wardas schwarze Meer ein russischer Binnensee geworden und der Handel des