Band 
(1815 - 1854)
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Der Gustav-Adolf-Berein.

(3. Kap.

wurde, sogar von seinen treuesten Dienern, Er sprach sich 1851, als erHohenzollern in Besitz genommen hatte, mit Entrüstung über diese ge-hässige Verdächtigung aus.

Einen bessern Beweis seiner protestantischen Gesinnung hätte derKönig nicht geben können, als dadurch, daß er 1842 das Protectoratder preußischen Gustav-Adols-Vereine annahm. Den ersten Anstoßzu diesen Vereinen gab die Grundsteinlegung zum Denkmal des schwe-dischen Glaubenshelden bei Lätzen (1832); aber SuperintendentGroßmann in Leipzig erweiterte die bisherige Gustav - Adolfsstistungzu einem Bunde der Liebe (1842), welcher den Zweck hat, den untereiner überwiegend nichtprotestantischen Bevölkerung lebenden Glaubens-brüdern materielle Hilfe durch Erbauung von Kirchen und Schulen,Einsetzung von Geistlichen und Lehrern zu gewähren. Der Gustav-Adolf-Verein sollte ein neutrales Gebiet werden, ein gemeinsames Ban-ner, unter dem alle protestantischen Parteien sich in Liebe schaarten. Baiern,das mit Unrecht darin eine offene Kriegserklärung gegen die katholischeKirche erblickte, verbot auf einige Zeit die Gustav-Adolf-Vereine. DerPrediger Rupp in Königsberg, welcher sich öffentlich von der „protestau-tischen Confistorialkirche" losgesagt hatte, wurde von der Theilnahme ander Generalversammlung aller Gustav-Adolf-Vereine ausgeschlossen, alser als Vertreter seines Prvvinzialvereins Zutritt verlangte (1846).Dieses Ereigniß, das in der Evangelischen Kirchenzeitung vertheidigtwurde, gab den „Lichtsreunden" zu Protesterklärungen gegen die „An-maßungen einer kleinen, aber mächtigen Partei", Veranlassung und riefVolksversammlungen hervor, gegen welche die Behörden in eine schwan-kende Stellung geriethen, indem sie zuerst die Versammlungen gestatteten,dann verboten und endlich die Unterzeichner des Protestes zur Verant-wortung zogen. Bald drängte sich der moderne Jlluminatismus imGustav-Adolf-Vereine vor; viele Strenggläubige schieden aus undsetzten theils ihre Wirksamkeit auf unbestrittenen Gebieten, wie den Mis-stons- und Bibelvereinen, fort, theils dehnten sie dieselbe auf unmittelbarpraktische Gebiete aus. Zur letzteren Gattung gehörten die wohlthätigenDiakoniffen-Anstalten für die Krankenpflege und „die innere Mission",welche von dem Candidaten Wichern im Rauhen Hause zu Hamburgausging und „die Rettung des evangelischen Volkes aus seiner geistlichenund leiblichen Noth durch die Verkündigung des Evangeliums und brü-derliche Handreichung der christlichen Liebe" zum Zweck hatte. Diese „in-nere Mission" wurde 1848 der Rettungsanker, an dem das schwankendeSchifflein der protestantischen Kirche sich im Sturme befestigte. Diesekirchlich-praktischen Institute hatten ihren Protypus in der Erneuerungdes Schwanenordens gefunden (24. December 1843), dessen wirklicheBelebung an der völligen Gleichgiltigkeit des Publikums scheiterte. Ebenso