Band 
(1815 - 1854)
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247
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3. Kap.)

Die Dissidenten.

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wenig Beifall fand die Errichtung eines protestantischen Bisthums inJerusalem (1842). zumal das im Bunde mit England geschah. Dennman wollte hochkirchliche Luft wittern und deutete die Reise der Prediger v.Gerlach und ,Sydow nach England so, als sollten fie die Institutionender bischöflichen Kirche studiren und dieselben bei uns zur Anwendungbringen. Gedenken wir endlich noch der Versuche, die Presbyterial- undSynodalverfaffung auf freie Weise aus dem Gemeindebewußtsein her-aus zu gestalten, der Provinzialsynoden (1845), der deutsch-evangelischenKonferenz, und der Generalsynode in Berlin (1846), sowie der könig-lichen Patente (1847), um die Bildung der Judengemeinden und solcherNesellschssten zu regeln, die keiner vom Staate anerkannten Kirche ange-hören, so haben wir das kirchliche Bild dieses Zeitraums vollendet. DieCivilehe, das Eintragen in die Eivilstandsregister u. s. w. bei den freienund deutsch-katholischen Gemeinden (Dissidenten), wollte bei den Bethei-ligten keinen Anklang finden, da sie ihre Zugehörigkeit zur protestanti.scheu und kacholischen Kirche fortwährend behaupteten, und dennoch sichderen Satzungen nicht fügen wollten. Die katholischen Dissidenten wareneine Folge der prahlerischen Wirksamkeit des katholischen Klerus, die be-sonders in den Enthaltsamkeitsvereinen Oberschlesiens und den Wallfahrtenzu dem Heiligen Rock in Trier zu Tage kam (1844).

Die letztere Wallfahrt gab nicht nur den Gelehrten Sybel und Gil-demeister Veranlassung, die Geschichte des Heiligen Rocks als Dichtungdarzustellen, und dem Domcapitular Marx. die Aechtheit des Rockes zuvertheidigen, sondern bewog auch den suspendirten katholischen PfarrerJohannes Rongein Laurahütte, mit einem offenen Sendschreiben anden Bischof Dr. Arnoidi in Trier (zuerst in den Sächsischen Vaterlands-blättern October 1844) aufzutreten und die Lehre der Heiligen- und Re-liquienverehrung als vorchristlich anzufeinden. Fast zu derselben Zeit er-klärteJohann Czerski, katholischer Priester in Schneidemühl, daß ermit seiner Gemeinde aus der römisch-katholischen Kirche ausscheide und eineapostolisch-katholische Kirche auf Grund der drei ökumenischen Hanptsym-bole stiften werde. Rouge empfing von vielen Katholiken Breslausdie Aufforderung, einen ähnlichen Schritt zu thun. Am 9. Februar 1845constituirte sich die „christkatholische" Gemeinde in Breslau unter Rouge,Kerbler, Professor Regenbrecht , Dr. Behnsch, Dr. Steiner, Stanjeku. A. m. Bald folgte die Stiftung gleicher Gemeinden in Liegnitz, Leipzigunter Robert Blum, Dresden unter Wizard, Berlin unter MauritiusMüller und in vielen andern Orten Nord- und Westdeutschlands. Wäh-rend eine Broschürenfluth den Büchermarkt überschwemmte, hielt Rougeseine Triumphzüge durch Deutschland (1845). Allein die christ-katbolischeBewegung, welche unaufhaltsam schien und viele Sanguiniker zu großenHoffnungen verführte, verlief sich bald und litt zuletzt Schiffbruch, als