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(1815 - 1854)
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Socialismus und Cvmmunismus.

13. Kap.

lieben Gott endigte. Die Schwierigkeit, ja die Unmöglichkeit, die gefor-derte Gleichheit, welche man für die einzig ersprießliche Grundlage derGesellschaft hielt, herzustellen, wurde durch Baboeuf aufrohe Weise, durcheinen Gewaltstreich überwunden. Er erklärte nämlich die Gütertheilung:ein Phantom, das heute eingeführt, morgen schon nicht mehr ist, wennman die individuelle Freiheit bestehen läßt. Wie sich ferner beidem Wegfall des freien und vollen Eigenthums doch der Trieb zuFleiß und Sparsamkeit, als die Bedingung des Wohlstandes erhal-ten lasse, wurde das Problem der Socialisten, vorzüglich St. Simon'sund Fourier's, deren Bestrebungen sich unter dem Namen: „Organisationder Arbeit" zusammenfassen lassen. Die Gleichgiltigkeit des Socialismusgegen den Staat, die Auflösung des Staats in seine Atome, der Zweckdesselben als die Wohlfahrt jedes Einzelnen gefaßt, hat den Socialis-mus sogleich als eine gefährlicbe, revolutionaire Lebre erscheinen lassen.Kant meinte dagegen, daß die Glückseligkeit wegen Mangels an Freiheitsich nicht zum Princip des Sittlichen eigne. „Jedem nach seiner Fähigkeit,jeder Fähigkeit nach seinen Werken," war der Grundsatz der St. Simo-nisten. Fourier wollte eine Vereinigung von Capital, Arbeit und Talentund vertheilte danach den Gewinn. Die Neigung jedes Einzelnen zu ir-gend einer Arbeit sollte das Grundprincip der menschlichen Gesellschaftwerden. Die Phalange ist das Mittel dazu. Unter Phalange versteht Fou-rier eine Anzahl von 1800—2000 Personen, die zusammen ein Ganzesbilden und groß genug sein soll, um für alle Industriezweige Liebhaberzu finden. Der Phalange gehört ein Gebiet von ungefähr einer Qua-dratmeile und ein gemeinschaftliches Haus, das Phalanstere. Die Fourie-risten haben, gleicb Robert Owen in England, ihre Lehren scheitern sehen,als sie den Versuch machten, dieselben praktisch ins Leben einzuführen.Noch trauriger erging es Louis Blaue mit seinen Nationalwerkstätten. Besserging es mit den communistischen Colonien in Amerika, welche Cabet unddie ShakerS gegründet haben. Die neue Secte der Mormonen scheintebenfalls communistischen Grundsätzen zu huldigen. Nach Deutschland kamder Cvmmunismus von der Schweiz her, wo der Schneider Weitlingeine Gesellschaft gegründet hatte, die nöthigenfalls mit roher Gewalt ihreGrundsätze verwirklichen wollte. Vereinzelt traten auch in Rheinpreußenund Schlesien communistische Bestrebungen auf, welche sehr subversivwaren, und deshalb wenig Anhänger fanden. Es läßt sich nichtleugnen, daß der Pauperismus, wie er sich in Folge der freien Concurrenzentwickelt hat, die Aufmerksamkeit aller Regierungen verlangt. Aberder Kommunismus ist blos zerstörend, revolutionair, der Socialismusnoch phantastisch und das radicale Heilmittel, um die sociale Freiheitund Gleichheit herzustellen, noch nicht entdeckt. Die Liberalen habensich an Say's national-ökonomische Lehren angeschlossen und, ander