Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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256
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Die freien Gemeinden.

f3. Kap.

ten; sie sind fast so heilig, als die Religion." Die „Emancipation derJuden", gegen welche damals ebensoviel Stimmen laut wurden, als da-für, erfolgte im Jahre 1847 im beschränkten Sinne, wie es die Absichtdes Königs überhaupt schon lange gewesen war, Maßregeln zu ergreifen,durch welche die den Juden auferlegten Beschränkungen aufgehoben,insbesondere ihnen im Gemeindeverbande mit Christen die Wahrung ihrerInteressen mehr gesichert, in der Besorgung ihrer eigenen Angelegenheitendurch Bildung von Korporationen eine größere Selbstständigkeit und Au-torität eingeräumt wurde, aber die Gewährung an Bedingungen geknüpftsein sollte, die in dem Wesen eines christlichen Staates beruhen, nachwelchen es nicht zulässig ist, den Juden irgend eine obrigkeitliche Gewaltüber Christen einzuräumen, oder Rechte zu bewilligen, welche das christ-liche Gemeinwesen beeinträchtigen könnten.

Alle diese Verordnungen waren weder nach dem Sinne des politischen,noch nach dem des kirchlichen Liberalismus, und es fand eine Reaction dage-gen in den lichtfreundlichen Bewegungen statt, denen die Regierung ihrer-seits dadurch zu begegnen suchte, daß sie die Prediger, welche sich ein en-geres Anschließen an die Symbole nicht gefallen lassen wollten, absetzte.So entstanden die freien Gemeinden in Halle unter Wislicenus, in Mag-deburg unter Wich, in Nordhausen unter Baltzer, in Königsberg unterRupp und Detroit u. s. w. Indeß sind auch diese Gemeinden an der Un-gunst der Zeitverhältnisse gescheitert, wozu die mindestens unpraktischenVersuche, an andern als den biblischen Persönlichkeiten einen moralischenLehrstoff zu gewinnen, nicht wenig beigetragen haben. Die große Mehr-heit des Volkes nahm jedoch gegen die „Kirchlichen", oder wie man sienannte, „Pietisten" und „Dunkelmänner", Partei, zumal diese ihre Herr-schaft bald auf nicht edle Weise ausbeuteten und der Chicanen mancherleiaus Die häuften, welche nicht ganz in ihrem Sinne sprachen. Geradedieses hochfahrende, abstoßende Benehmen der „Orthodoxen" hat am mei-sten zu der nachfolgenden Revolution mitgewirkt und der letzteren in blin-dem Eifer für „Licht und Freiheit" selbst viele von Denen zugeführt,welche unter anderen Verhältnissen ihre entschiedensten Bekämpser gewor-den wären. Daß übrigens ein Misverständniß zwischen dem König selbstund den „symbolgläubigen Buchstabenmännern" stattfand, ist gewiß, dennder geistvolle Herrscher wünschte zwar „Gläubige", aber solche, die ausinnerer Ueberzeugung, nach innerem Kampfe, nach einer seelenvollen Durch-dringung des Glaubens und Wissens, Herz, Gemüth und Phantasie soverklärt hätten, daß ihr Wissen selbst intellektuelle Anschauung gewordenwäre. Eichhorn mußte in Ermangelung dieser seltenen Esoteriker sich mitden „symbolgläubigen Buchstabenmännern", mit den „Strengkirchlichen"begnügen. Offenbar entsprachen aber diese mehr den Allerhöchsten Wün-schen , als die „Vulgärrationalisten" und die „protestantischen Freunde",