3. Kap.)
Ministerwechsel in Bayern.
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30. Die deutschen Mittel- und Kleinstaaten.
In den deutschen Mittel- und Kleinstaaten drehte sich das öffent-liche Leben um die deutsch-katholische Bewegung und die Erbauung vonEisenbahnen auf Staatskosten. Die Kammern erneuerten von Zeit zuZeit gewisse Forderungen des Liberalismus, namentlich die Forderungender Preßfreiheit, Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Gerichtsverfahrens,Ministerverantwortlichkeit und Vertretung der Einzelkammern beim Bun-destage.
Das „jesuitenfreundliche" Ministerium Abel in Bayern hielt sich,trotz Wallerstein's und Wrede's Opposition, in den Reichsräthen undBeisler's, Thon-Dittmar's und Heintz' Angriffen in der zweiten Kammer,bis zum 13. Februar 1847, wo die spanische Tänzerin Lola Montez denKönig Ludwig zur Entlassung des Ministeriums bewog, weil dieses demKönig Vorstellungen gegen die Erhebung der Lola zur Gräfin von Lands-seld gemacht hatte. Konnte man auch die Veranlassung nicht billigen, sowar man im Frankcnlande und der Rheinpfalz doch über Abel's Entfer-nung erfreut; nur in Altbayern suchten die Ultramontanen den Königdurch kleine Aufstände zu schrecken und in München, wo mehrere Pro-fessoren, wie Görres, Philipps, Döllinger und Laffaulx, abgesetzt wurden,tumultuirten die Studenten und bekämpften sich in öffentlichen Schläge-reien; denn Lola hatte an der Verbindung „Arminia" treue Schildknap-pen gesunden. Die Kniebeugung beim Militair, wegen deren Harleß undRedenbacher das Land meiden mußten, wurde abgeschafft. Das Ueber-gangsministerium v. Maurer, v. Zenetti und Freiherr zu Rhein blieb biszum 30. November 1847 im Amte, wo es wegen seiner Niederlagen inder Eisenbahnfrage entlassen wurde. Das Ministerium Berks-Wallersteinverfügte die Schließung der Universität München (19. Februar 1848), umden Studententnmulten ein Ende zu machen, allein die Münchener Bür-gerschaft erhob drohende Vorstellungen dagegen und stürzte das Ministerium.
Württemberg's König feierte am 25. September 1841 seinfünfundzwauzigjähriges Regierungsjubiläum, und vermählte 1846 denKronprinzen Karl mit der russischen Großfürstin Olga. Wie er einst dieOpposition der alten Landstände gewaltsam gebrochen hatte, so litt er esnoch weniger, daß die Staatsbeamten freieren Richtungen huldigen dursten.Der geistvolle Aesthetiker Bischer in Tübingen wurde wegen einer in reli-giöser Beziehung anstößigen akademischen Rede suspcndirt und ProfessorRobert von Mohl auf Grund eines die Regierung tadelnden Wahlschrei-bens nach Ulm versetzt. Mohl schlug jedoch diese ihm wenig zusagende Stel-lung aus und ging nach Heidelberg.
Die Kammerverhandlungen betrafen die Erbauung von Staatseisen-bahnen, die Aufhebung der Censur und die Ablösung der Grundlasten.
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