3. Kap.)
Beginn des Sonderbundkriegs.
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von gleichem Schicksal bedroht, über die Grenzen und erregten hier daslebhafteste Mitgefühl. Denn in Luzern hatte man alles Vermögen der Ge-flüchteten consfiscirt, und ohne den Willen der Gläubiger Concurs aus-geschrieben. Pfarrer und Lehrer, die nicht jesuitisch waren, erhielten ihreEntlassung; Gymnasium und Lyceum in Luzern wurden geschlossen.
Auch inWallis hatte die Jesuitenpartei (die alte Schweiz) denSieg errungen, inüem sie 1843 bei den Wahlen das Uebergewicht erhielt.Die Liberalen (die junge Schweiz) griffen zu den Waffen, wurden jedocham Trient (21. Mai 1844) besiegt. Wallis empfing den 14. Septembereine neue conservative Verfassung. Schon hier konnte man eine vollstän-dige Verwirrung in allen Rechtsbegriffen und die Machtlosigkeit der Re-gierungen gegenüber einer energischen Massenbewegung wahrnehmen, indemdie radicalen Cantone die Bildung der Freischaaren zu Gunsten „der jun-gen Schweiz" zuließen, aber den eidgenössischen Truppen, welche der Vor-ort Luzern auf Verlangen und zum Schutz der rechtmäßigen Regierungzu Hilfe senden wollte, den Durchzug verweigerten. Schon jetzt befandsich die Schweiz in einem Ausnahmezustande, der ihre Existenz gefährdenmußte. Vom 8. December 1844 bis zum 31. März 1845 war derCan-ton Luzern fünf Mal genöthigt, seine Truppen unter die Waffen zu ru-fen, ohne daß der Vorort Bern das Mindeste zu seinem Schutze gethanhätte, während er die Bildung von Freischaaren ruhig gewähren ließ.Die auswärtigen Mächte England, Frankreich, Oesterreich und Preußenmahnten den Vorort an seine Pflicht, drangen auf Maßregeln gegen dieFreischaaren und erklärten, daß, wenn das letzte Ziel der Radicalen, dieUmgestaltung der Bundesverfassung erreicht werde, die Schweiz der völ-kerrechtlichen Basis ihrer Existenz verlustig gehe. Am verletzendsten sprachsich Frankreich aus, wie Louis Philipp überhaupt in der Schweiz Gele-genheit suchte, sich den östlichen Großmächten willfährig zu zeigen.
Die Tagsatzung erließ zwar ein Freischaarenverbot(20. März 1845),aber es wurde nicht ausgeführt. Wenige Tage darauf fielen neue Frei-schaaren in Luzern ein. Die Massen waren so erregt, daß sie blos ausSelbsthilfe dachten, da die radicalen Regierungen. durch die Verfassunggefesselt, nicht gegen die Jesuiten einschreiten mochten. Luzerner Flücht-linge, unter ihnen der sehr geachtete vr. Steiger, bildeten ein Comiteund erließen von Neiden aus den Aufruf zu den Waffen, um „die verletzteVerfassung wiederherzustellen und die verbannten Bürger in die Heimatzurückzuführen." Etwa 4000 Schweizer, worunter 1200 Luzerner,setzten sich mit zahlreichem Geschütz am 30. März 1845 von Zofingenund Huttwyl in Bewegung, um in Luzern einzufallen. Den Oberbefehlführte der Beiner Stabshauptmann Ochsenbein; unter ihm comman-dirten Oberst Rothpletz und Major Billot die beiden Brigaden. Die Lu-zerner Armee befehligte der General Sonnenberg, der sich in neapo-