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Ende des Sonderbundkriegs.
13. Kap.
Frankreich und Oesterreich durch Unterhandlungen hinhalten. So entbot' die Tagsatzung ein Heer von 56,000 Mann, stellte es unter den Befehl desalten erfahrenen General D u four von Genf, während der Sonderbund36,000 Mann aufbrachte und dem General Salis - Soglio, einem unfä-higen Militair, wennauch conservativen Menschen, anvertraute. BeideParteien erließen Manifeste zur Begründung ihrer „gerechten Sache".Bei den Sonderbündlern zeigte sich grenzenlose Verwirrung und als diegehoffte österreichische Hilfe ausblieb, eine solche Kopflosigkeit, daß diewichtigsten Positionen fast ohne Schwertstreich geräumt wurden. Freiburgergab sich am 14. November 1847, nachdem Oberst Maillardoz imStaatsrathe vergeblich aus ernstlichen Widerstand gedrungen hatte. Zugcapitulirte am 21. November, und am 24. fiel auch Luzern, nachdem Sa-lis-Soglio Tags vorher bei Gislikon ein kleines Gefecht bestanden hatte.Die andern Cantone unterwarfen sich freiwillig. Ueberall wurden radicaleRegierungen eingesetzt, der Sonderbund zum Ersatz der Kriegskosten ver-urtheilt, den Mitgliedern desselben jedoch der Regreß an die Urheber desSonderbundes vorbehalten; Neuenburg und Appenzell - Inner - Rhodenmußten eine Geldbuße zahlen, weil sie ihr Contingent nicht gestellt hatten.
Nachdem Alles im radicalen und protestantischen Sinne geordnetwar und die Jesuiten die Schweiz verlassen hatten, langten erst die Pro-teste Oesterreichs, Frankreichs und Preußens gegen die Vollstreckung derExecution am Sonderbundc an. Frankreichs Politik erlitt dabei den em-pfindlichsten Schlag und, was ein schlimmeres Vorzeichen war, man freutesich in Frankreich sogar über diese Schmälerung des Ansehens, welche diePolitik des Königs und seines getreuen Schildknappen Guizot erlittenhatte. Die Ereignisse von 1848 befreiten die Schweiz von der Besorgnißeiner Invasion Oesterreichs und Frankreichs.
33. Italien. Gregor XVI. und Pius IX. Karl Albertvon Sardinien.
Wer den Jammer und das Elend schildern wollte, welche das starreRepressivsystem der Päpste von Leo XII. bis Gregor XVI. über denKirchenstaat gebracht hat, würde dicke Bücher füllen können. So rührigGregor XVI. in kirchlichen Dingen war, so wenig vermochte er sich in politi-schen Dingen den Ansichten seines Zeitalters anzubequemen. Er befolgtenicht einmal Oesterreichs und Frankreichs wohlgemeinte Rathschläge, dasVolk durch materielle Verbesserungen, oder Reformen in der Verwaltungfür den Verlust aller geistigen Freiheit zu entschädigen, wie dies Sardi-nien, selbst Neapel und vor allen Dingen Oesterreich thaten, sondern ver-schloß sich hartnäckig den Plänen, welche einen lebhafteren Verkehr imInnern bezweckten. Die Eisenbahnen, die Ausgeburt dieses Jahrhunderts,