Band 
(1815 - 1854)
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Aufstände der Parteien.

f3. Kap.

ger in den Kammern, als in der Presse geführt. Es giebt in Portugalzwei Hauptparteien: eine miguelistische und eine l i b e r a l e oder p e-dristische. Die miguelistische theilt sich in zwei Fractionen, die rein ab-solutistische, aus Altadeligen und den Mönchen bestehend, und die ge-maßigt-monarchische, deren Führer Canavaro und Beirao sind. Die libe-rale Partei zerfällt in vier Unterabtheilungen: die Radicalen oder die Ar-senalpartei, welche stets zu Gewaltthätigkeiten geneigt ist (S. 204), dieDemokraten oder konstitutionellen von 1820 die Septembristen oder An-hänger der Charte von 1838, unter Bomfin, Sa da Bandeira und Passes,und die Chartisten oder Anhänger der gemäßigten Verfassung Dom Pe-dro's von 1826, von Bernardo Henriques und Jose Bernardo da CostaCabral geführt.

Unaufhörliche Kämpfe um die Herrschaft bewegen das Land; unaus-gesetzter Mißbrauch der Gewalt durch alle Parteien reizt zu neuen Auf-ständen. Man hat schon früher auf jene periodische Regelmäßigkeit hinge-wiesen, mit welcher hier die Aufstände stattfinden. 1834 der Sieg DomPedro's über Dom Miguel, 1836 ein Aufstand gegen die Charte, 1838der Ausstand der Radicalen vom Arsenal, 1840 die Empörung in Lissa-bon, Castel Branco und anderen Städten 1842 der Aufstand Costa Ca-bral's in Oporto für die Charte, 1844 das Prouunciamento von Bomfinin Portalegre und Almeida, 1846 der Aufruhr der verbündeten Septem-bristen und Miguelisten. welcher das Einschreiten Englands und Portu-gals, auf Grund der Quadrupelallianz von 1834 (S. 199), herbeiführteund am 16. December 1847 auch das Ministerium Cabral zum Rück-tritt zwang, endlich den 8. April 1851 der principlose Aufstand Saldan-ha's in Oporto. Glücklicherweise fechten die Portugiesen mehr mit pomp-haften Proclamationen und Bulletins, als mit Flinte und Säbel; derSoldat ist trag und unlustig zum Kamps, wenn es nicht gegen die Migue-listen geht. Merkwürdig ist wohl in dieser Hinsicht das Gefecht von Campoda Feira zwischen den septembristischen Generalen Sa da Bandeira undBomfin und den chartistischen Feldherren Terceira und Saldanha (28.August 1837). Obgleich beide Parteien ihr Aeußerstes bei den Rüstun-gen aufgeboten hatten, so war doch keins der beiden Heere stärker als 800Mann. Nach einem unbedeutenden Kleingewehrfeuer befahlen die beider-seitigen Heerführer ihren kleinen Schwadronen, einzuhalten. Bis auf fünf-zig Schritt ließen die Soldaten sich gegen einander führen; dann machtensie, wie in gemeinschaftlicher Verabredung, Halt, steckten die Säbel in dieScheiden, sraternisirten und kehrten treu und friedlich jeder Theil zu sei-nen Osficieren zurück. Die beiden Marschälle wurden dadurch gezwungen,eine Kapitulation zu unterzeichnen, kraft der sie ihre Truppen dem ausSpanien zurückkehrenden Grafen Das Antas übergaben. Die Schlacht