Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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313
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3. Kap.)

Kriege in Afghanistan.

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been, Wellington und Peel nahmen jene Eröffnungen diScret auf undscheinen diese Politik gebilligt zu haben. — Der Kaiser von Rußlandwurde übrigens vom englischen Volk nicht gut empfangen, wogegen es dieKönige von Preußen und Sachsen lebhaft begrüßte. Ja, als der Letzteredas Parlament besuchte, zog man die Debatte aus Artigkeit hin, damitder König wegen der nahe bevorstehenden Abstimmung das Haus nichtgleich nach seinem Eintritt wieder verlassen durste. — Indem wir uns zuden Einzelheiten der englischen Geschichte wenden, werfen wir zunächst einenBlick auf die Kriege Englands mit Afghanista n und den Sikhs, da-mit wir die viel wichtigeren inneren Verhältnisse ungestörter überschauenkönnen; des chinesischen Kriegs haben wir schon sS. 240) gedacht.

Am 18. September 1840 erlitt DostMohamed bei Kabuleine Niederlage, in Folge deren er sich dem englischen Residenten ergab.Die Engländer verstanden aber weder das Vertrauen der Afghanen zugewinnen, noch in der Begünstigung des verhaßten Schah SchudschahMaß zu halten. Sir William Macnaghton bekam statt des mitden Verhältnissen vertrauten Obersten Alexander Burnes, die höchsteGewalt und benahm sich so wenig umsichtig, daß Dost's Sohn, Akbar,eine Verschwörung einleiten konnte, von der Macnaghton auch nicht diegeringste Kunde empfing. Am 2. November 1841 kam das Complotzum Ausbruch, in welchem Burnes und Macnaghton ermordet wurden.Am 6. Januar 1842 traten die fünftausend Engländer, unter Elphinsto neund Shelton, bei einer furchtbaren Kälte, mitten durch Schneegefilde, ohneLebensmittel, Zelte und Feuerung, den Rückmarsch aufDschellalabad an.Die Afghanen umschwärmten das englische Heer, welches Frauen, Kinderund Kranke in seiner Mitte hatte, und fügten ihm viele Verluste zu.Endlich löste sich die Ordnung; das ganze Heer, nebst Troß, wurdevernichtet. Nur Ein Gentleman vermochte Dschellalabad zu erreichenund Genera! Säle jene Trauerbotschaft zu überbringen. Dschellalabadund Kandahar waren die einzigen Punkte, welche den Engländern ver-blieben. Der ostindische Generalgouvernenr, Lord Auckland, dem man dieSchuld dieser Unfälle beimaß, wurde durch Lord Ellenborough ersetzt.Nur ungern entschloß sich dieser, einen Nachezug gegen die Afghanen zuunternehmen, den die englische Waffenehre gebieterisch forderte. GeneralPollock drang nach Dschellalabad, General Nott nach Kandahar, jag-ten die Afghanen auseinander und nöthigten Kabul zur Uebergabe (6.September 1842). Mit den befreiten Waffenbrudern machten sich dieEngländer auf den Rückweg, der nach einem Gefecht an den Keyberpäffenglücklich bewerkstelligt wurde. Afghanistan war von den Briten vorherarg verheert und unzählige Orte und Schlösser dem Erdboden gleich ge-macht worden. Dost Mohamed wurde in Freiheit gesetzt und trug sofortden Engländern ein Schutz - und Trutzbündniß an, was diese jedoch ab-