3. Kap.)
Kriege mit den Sikhs.
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floh die Rani zu den Engländern, wurde aber durch nachgesandte Meu-chelmörder getödtet. Shyr Sing, als „der Wäschersohn" verachtet, erfreutesich nur bis zum September 1843 der Krone, wo ihn der Wessir DihanSing nebst allen seinen Kindern umbringen ließ, aber wenige Wochendarauf von demselben Schicksale ereilt wurde. Nun brach eine förmlicheAnarchie im Pendschab herein. Die Regentin Schanda und der Oberbe-fehlshaber der Truppen Gulab Sing, bekämpften sich. Dazu trat nochein Kronprätendent, Peschora Sing, aus, und der Wesstr Dschawahirsuchte, mit Hilfe der Engländer, die wankende Gewalt Schanda's zu befe-stigen. Als sich die Nachricht verbreitete, daß die Engländer kommen wür-den, erhoben sich alle Sikhs, mordeten Dschawahir und überschritten am18. December 1845 den Sutledsch mit 80,000 Mann und 200 Ge-schützen. Lord Hardinge hatte ihnen nur 60,000 Mann mit kaum100 Geschützen entgegenzusetzen. Vom 18. bis 21. December wurde beiMukdi mit fürchterlicher Heftigkeit gekämpft. Die Engländer erlitten,da sie die feindlichen Batterien mit dem Bayonet nehmen mußten, sehrstarke Verluste, trugen aber doch den Sieg davon und erbeuteten fast dasganze feindliche Geschütz und Lager. Die Schlachten von Firozschah (22.December), Alliwal (28. Januar 1846) und Sobraon (19. Februar),waren so entscheidend, daß die Sikhs um Frieden baten. Derselbe wurdeam 9. März 1846 in Lahore zwischen der ostindischen Gesellschaft unddem Maharadscha!) Dhulip Sing Bughdur abgeschlossen, ein Theil desPendschab dem ostindischen Reiche einverleibt, ein anderer Theil an denRebellen Gulab Sing gegeben, und das Uebrige unter britische Oberauf-sicht gestellt. Oberst Lawrence vertrat mit Umsicht die englische Regierungund wußte die erbitterten Sikhs im Zaume zu halten. Weniger verstanddies sein Nachfolger, Frederik Currie, svdaß sich eine Verschwörung ent-spann, welche zum Ausbruch kam, als die Engländer gegen den energi-schen , klugen und tapfern Fürsten Mulradsch von Multan die Absetzungverfügten (Februar 1848). Multan hatte sich in den Bürgerkriegen vonden Sikhs unabhängig gemacht, und sollte jetzt in die Gewalt Englandsgebracht werden. Der Divan Mulradsch's ließ jedoch die englischen Ge-sandten ermorden und wiegelte die benachbarten Afghanenstämme auf.Currie, der zu wenig englischeTruppen in der Nähe hatte und den Sikhsnicht traute, blieb unthätig. Der Aufstand griff mit Schnelle im Pend-schab um sich, und ohne den kühnen, jungen Capitain Edwards, dermit einer aus Patanen und Beludschcn rasch geworbenen Schaar dieSikhs bei Chandpur und Sadnsam (18. Juni und 1. Juli 1848) auf-hielt, wäre das Pendschab für die Briten verloren gewesen. Fürst Mul-radsch floh nach Multan, zu dessen Belagerung General Whish abging.Die Stürme vom 9.—13. September kosteten auf beiden Seiten vielBlut, ohne daß die Engländer mehr als einige Vorwerke erobern konnten,