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Der deutsche Bund.
s4. Kap.
terricht für Alle; Schutz- und Gewährleistung der Arbeit; Ausgleichungdes Misverhältniffes zwischen Capital und Arbeit; volksthümliche undbillige Staatsverwaltung; Verantwortlichkeit der Minister und Beamten;Abschaffung aller Vorrechte." Je nach Laune und Bedürfniß ließ man hieretwas weg. setzte dort etwas zu. Z. B. in Gotha: „Schutz der Innun-gen", in Dessan: „Vertheilung der Domainen-Aecker an die Gemeinden."
Preußens hochherziger König glaubte die Zeit gekommen, wo seineLieblingswünsche, über die er mit Radowitz manches vertraute Gesprächgepflogen (S. 263), verwirklicht werden dürsten. Er setzte sich in Ver-bindung mit den sächsischen und mehreren anderen norddeutschen Höfen,und berief auf den 25. März einen Fürstencongreß nach Dresden, wohinauch Oesterreich und die süddeutschen Regierungen eingeladen wurden.Um aber die Leitung der Bewegung nicht in unrechte Hände kommenzu lassen, rieth man von Berlin aus den kleineren Höfen energischen Wi-derstand an und versprach Hilfe, wo diese nöthig sein sollte.
Der reißende Strom der Bewegung erreichte aber die Großstaatm eher,als sie sich auf dem Fürstencongreffe, den man nach der sächsischen Revo-lution in Potsdam halten wollte, über die Neugestaltung Deutschlandseinigen konnten. Der deutsche Bundestag zeigte sich bald in seiner Macht-losigkeit und vcrurtheilte, den Einzelregierungen zum schlimmen Beispiel,seine ganze bisherige Politik. Seine Ansprache an die Regierungen unddas Volk vorn 1. März forderte beide zur Eintracht auf, erinnerte an die„theuer erkauften Erfahrungen und wünschte, daß sie für die stürmische Zu-kunft benutzt würden. Der Bundestag werde von seinem Standpunkteaus Alles aufbieten, um gleich eifrig für die Sicherheit Deutschlands nachAußen, wie für die Förderung der nationalen Interessen und des na-tionalen Lebens im Innern zu sorgen. Deutschland werde und müsse aufdie Stufe gehoben werden, die ihm unter den Nationen Europas gebühre;aber nur der Weg der Eintracht, des gesetzlichen Fortschritts und der ein-heitlichen Entwickelung führe dahin. Der deutsche Bundestag vertraue mitvoller Zuversicht auf den. in den schwierigsten Zeiten stets bewährten ge-setzlichen Sinn, die alte Treue und die reife Einsicht des deutschenVolkes." Diese Erklärung schadete dem Ansehen der Bundesversammlungmehr, als sie nützte, und war dem Spott der Presse ausgesetzt, welcheden Bund an frühere anders lautende Verkündigungen höhnisch erinnerte.Indeß war es diesmal dem Bundestag Ernst, wie seine volksthümlicheRührigkeit in auswärtigen und inländischen Angelegenheiten zeigte. Schonam 3. März sah die Bundesversammlung sich in der Nothwendigkeit, demVolke einen Beweis ihres Vertrauens zu geben: sie stellte den Regierun-gen die Gewährung der Preßfreiheit anheim. Als am 4. März die Revo-lution in Frankfurt ausbrach und um sie herum die Flammen der Empö-rung lodernd emporschlugen, erließ die Bundesversammlung am 9. März