4. Kap.)
Kucheffen und Hannover.
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die erste christkatholische Gemeinde bilden konnte. Abgesehen von demVerbot gegen die Betheiligung von Officieren an politischen Versammlun-gen und den Beitritt der Soldaten zu politischen Vereinen, abgesehen vonder Verordnung vom 18. August, welche den Kreisregierungen einschärfte, dieBildung demokratischer Clubs zu verhindern, erlangte die neue Regierungauch sonst keine rechte Popularität. Die Schuld lag in Bayerns deutscherPolitik. Ueberzeugt, daß Bayern eine Rolle in Klein-Deutschland spielenmüsse, und besorgt um die Souverainetät der Mittelstaaten, widerstrebteKönig Max vor Allen der preußischen Oberherrschaft in Deutschland undwar einer Unterordnung unter die deutsche Centralgewalt nicht sehr geneigt.Lerchenfeld nahm vielleicht deshalb seinen Abschied (December 1848).
Wie Großhessen an Mainz, besaß Kurhessen an Hanau einenrevolutionären Feuerherd. Von hier sendete eine Volksversammlung Pe-titionen mit mehrfachen, gemäßigt - liberalen Forderungen ab (1. März),welches Beispiel Marburg, Fulda und Kassel nachahmten. Der Kurfürstsetzte den Bittstellern entschiedenen Widerstand entgegen und wollte vonseinem System nicht lassen. Da stellten die Hanauer dem Kurfürsten einUltimatum (9. März) und verbarrikadirten die Stadt, welche von denunzuverlässigen Truppen geräumt worden war. Nach langem Zögern ent-schloß sich endlich der Kurfürst zur Nachgiebigkeit. Jordan ward zumBundestagsgesandten ernannt (25. März), und das liberale MinisteriumEberhard-Baumbach-Wippermann wußte die Geschäfte undVerhältnisse in leidlichem Gang zu erhalten, obwohl der Kurfürst wenigmit den Ministern verkehrte. Am 9. April hieben die Gardes du Corpsauf die Menge ein, weil dieselbe dem Obersten dieser Truppen anscheinendein Charivart bringen wollte. Das Regiment wurde zur Strafe aufgelöstund mußte die Stadt verlassen. Unruhig blieb es im Hanauischen immeretwas, ja man sprach hier offen den Gedanken einer Lostrennung vonKurheffen aus. Der Landtag suchte zu resormiren, soweit es die Zeit er-laubte, namentlich im Beamtenwesen, und änderte unter andern auch dieKriegsartikel ab (10. October).
Auch Hannover's kräftiger Regent mußte dem Märzsturmnachgeben. Am 17. März wurden Preßfreiheit, Schwurgerichte, Amnestieu. s. w. zugesagt, Falcke entlassen, und Stüve mit der Bildung einesMinisteriums betraut. Die Göttinger Studenten revoltirten gegen denstrengen Polizeidirector Heinze und zogen nach Nordheim. In Hildesheimbrach am 17. April ein förmlicher Aufstand aus, als der Advocat Wein-hage» verhaftet werden sollte, ward aber bald durch Militair unterdrückt.Stüve, der die Zügel straffer, als anderswo hielt, und mit dem König indem Widerstand gegen die Centralgewalt übereinstimmte, erfreute sich bei denRadicalen keiner besondern Gunst, wiewohl er die Kammern ganz aus seinerSeite hatte und mehrere Reformen in der Verfassung und dem Wahlge-