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(1815 - 1854)
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364
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364 Erstürmung des Zeughauses. — Flucht Metternich's. s4. Kap.

Haushalts, sowie der Theilnahme an der Gesetzgebung, Herstellung einesRechtszustands in der Presse durch Einführung eines Represstvgesetzes,Oeffentlichkeit der Rechtspflege, Verleihung einer zeitgemäßen Gemeinde-verfassung und auf deren Grundlage Vertretung der in der gegenwärtigenständischen Verfassung gar nicht oder nur unvollkommen begriffenen Ele-mente des Ackerbaus, der Industrie, des Handels und der Intelligenz."Die Studenten beriethen am 12. März in der Aula eine Adresse „umAufhebung der Censur und Oeffentlichkeit der Rechtspflege", welche demKaiser in eorxors überbracht werden sollte. Hye und Endlicher hieltendie Jünglinge von ihrem Beginnen nur durch das Versprechen ab, dieAdresse dem Kaiser selbst zu überreichen. An demselben Tage berieth auchdie Präger Bürgerschaft im Wenzelsbade eine Adresse, worin der Natio-nalitärenkampf schon zum Vorschein kommt; denn die Böhmen verlangtenunter anderen liberalen Forderungen, daß die Beamten der beiden Lan-dessprachen mächtig sein sollten.

Am 13. März versammelten sich in Wien die Stände, und wurdenvon dem im Hofe des Ständehauses zusammenströmenden Volke mit Be-geisterung begrüßt. Da erschienen die Studenten, eine Deputation ge-leitend, welche den Ständen ihre Wünsche und Beschwerden überbringensollte. Die Stände faßten sofort eine Adresse an den Kaiser ab und einMitglied derselben verlas fie vom Fenster aus dem Volke. Man fandjedoch die Adresse zu zahm; Redner erhoben sich dagegen und erhitztendas Volk; eine fieberhafte Bewegung durchzuckte die gemüthliche Kaiser-stadt. Das Gerücht, es sei eine zweite Deputation verhaftet worden,verführt die Menge zum Sturm des Ständesaales, worauf fie mit demRuft: „Nieder mit Metternich!" vor das Haus des Staatskanzlers zog.Endlich erschien Militair und besetzte mehrere öffentliche Gebäude undPlätze. Das war das Zeichen zum Sturm des Zeughauses, der abervon den Soldaten zurückgeschlagen wurde. Am Abend erschien die Bür-germiliz, um sich am Kampfe zu betheiligen, während die Studenten Volksbe-waffnung forderten. Da verbreitete sich das Gerücht, der Kaiser habe denVorstellungen der Stände Gehör gegeben, den Fürsten Metternich entlassenund werde Waffen unter das Volk austheilen lassen. Jetzt wälzten sichdie Haufen zum zweiten Mal nach dem Zeughause und bewaffneten sichbei Fackelschein. Wien war beleuchtet; Alles schwamm im Jubel und Wonne.Graf Hoyos wurde Befehlshaber der Nationalgarde; Metternich floh nachEngland. Am 15. verkündete ein kaiserlicher Erlaß: „Preßfreiheit, Er-richtung der Nationalgarde, Einberufung von Abgeordneten der ständi-schen Korporationen aller Provinzen, mit verstärkter Vertretung des Bür-gerstandes, zur Vereinbarung einer Reichsverfassung." Am Mittag des15. zog die Deputation des ungarischen Reichstages, von Freudengeschreiempfangen, in die Stadt; der Kaiser zeigte sich dem Volke, dessen Begei-