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Preußen.
14. Kap.
in Blasendorf (15—17. Mai) legte aber die Unfähigkeit und die geringeBildung dieses Volks so offen dar, daß die Sachsen sich von ihnen zurück-zogen und der fiebenbürgische Landtag die Vereinigung mit Ungarn an-erkannte (29. Mai). Der Banus. welcher seine Zeit noch nicht gekom-men glaubte, unterwarf sich nun den Mahnungen des Kaisers und ließsich die angebotene Vermittelung des Erzherzogs Johann gefallen. Erselbst reiste nach Innsbruck und wurde gnädig aufgenommen. Kaum warer jedoch wieder in Agram, als er die feindseligen Handlungen gegen dieMagyaren erneuerte. Der ungarische Adel wanderte aus; Serben undRatzen, verstärkt durch das aus Serbien herübergekommene Raubgesindel,plünderten in Ungarn, im Banat und Kroatien. Russische Heere zogensich an den Grenzen Siebenbürgens zusammen, angeblich, um den Auf-stand in den Donaufürstenthümern zu dämpfen, aber mit unverkennbarerAbsicht, bei gelegener Zeit in Ungarn zu interveniren. Unter solchenUmständen beantragte der zum Minister ernannte Kossuth die Aushe-bung von 200,000 Soldaten und die Bewilligung von 42 MillionenGulden. Der ungarische Reichstag gab das Geforderte freudig her. InPesth war nämlich damals ein panslavischer Aufstand ausgebrochen, abervereitelt worden. Der Banus wurde am 18. Juni vom Kaiser seinerAemter und Würden entsetzt, dagegen die Union zwischen Ungarn undSiebenbürgern bestätigt und alle Militaircommandos in beiden Ländernwurden unter den Befehl des ungarischen Kriegsministeriums gestellt.Die Folgen der panslavistischen Bestrebungen, die nachmals das Kaiser-haus retteten, waren einmal jene Aushebung von 200,000 Mann(6. Juli), ferner die Sendung einer ungarischen Deputation nach Frank-furt, um ein Bündniß mit Deutschland zu Stande zu bringen (3. Aug.),und endlich ein Beschluß des ungarischen Reichstags, der der kroatisch-slavonischen Nation gerecht zu werden versprach.
43. Preußen.
Nach Oesterreich wurde auch Preußen in den Alles verschlingendenStrudel der Bewegung gezogen, obwohl Niemand den nachmaligen Aus-gang ahnte. Am 3. März 1848 hielten einige liberale Wortführer inKöln eine Volksversammlung ab, wo die „Forderungen des Volks" bera-then wurden. Eine Deputation überbrachte dieselben dem Gemeinderath,der am 4. eine Adresse an den König beschloß, worauf die anderen Ge-meinden der Provinz folgten. Von der Nheinprovinz ging die Adreß-bewegung nach Westfalen, dann nach Sachsen und Schlesien. Am 6.März beschlossen die Stadtverordneten in Breslau einen Adreßentwurf,der aber deu Radicalen nicht weit genug ging, und daher am 10. abgeän-dert wurde. Auch in Königsberg, Elbing, Magdeburg (13.) und in