4. Kap.)
Bürgerkrieg in Posen.
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seiner Beamten gefolgt. Da erschien General von Willisen, den die Polenselbst erbeten hatten. Von den Deutschen gleich anfangs mistrauisch aufge-nommen, versah sich der General eines besseren Empfangs von den Polen.Allein diese versagten ihm den Gehorsam, als er die Zugeständnisse desKönigs, welche Alles gewährten, was die Polen verlangt hatten, bekanntmachte. Bei Wreschen und Xions bildeten sich neue Polenlager; Pleschenwurde befestigt. Vergebens bat Willisen dringend, sich den von ihm ge-troffenen Anordnungen zu fügen und auseinanderzugehen; vergebens wie-sen General von Colomb und Oberpräsident von Beurmann auf den noth-wendig werdenden Gebrauch der Waffen hin, wenn der Aufforderung nichtGenüge geschehe. Schon hatten andere Elemente sich in den Kamps ge-mischt ; Mieroslawski mit den befreiten Polen war aus Berlin angekom-men- Die Säbel rasselten schon aus der Scheide, und in Trzemesznowaren preußische und polnische Truppen bereits ins Gefecht gerathen. VonWillisen bat den preußischen General um eine dreitägige Waffenruhe,binnen welcher Zeit die Polen auseinandergehen wollten, aber „der Frie-densstifter" wurde von den Polen betrogen und von den Deutschen, derenZorn über so große Nachsicht keine Grenzen kannte, bitter verfolgt. DieLandwehrmänner hätten ihm das Aeußerste gethan, wenn sie ihn bekom-men hätten; in Posen konnte er sein Leben nur durch die Flucht retten.Meseritz und Polajewo sagten sich eigenmächtig vom Großherzogthum losund vereinigten sich mit den Regierungsbezirken Frankfurt und Bromberg.Daß der König Willisen's Reorganisationspläne genehmigt habe, erbit-terte eher, als daß es beruhigte, weil man die näheren Modalitätennoch nicht kannte.
Unterdeß bewog Willisen die polnischen Führer, ihre Leute aus-einandergehen zu lassen und meldete nach Ablauf der dreitägigen Fristvom Lager bei Zkions, daß die Polen dem Befehle gehorcht und nur noch1500 Mann beisammen hätten, welche bereit seien, sich unter den Befehleines preußischen Officiers zu stellen. Die Polen waren jedoch nicht auS-einandergegangen, sondern hatten sich in viele kleinere Haufen getheilt, umso lange gegen die Preußischen Truppen einen Guerillakrieg aus denWäldern und Morästen des Großherzogthums zu führen, bis eine franzö-sische Armee zur Hilfe herbeiziehe. Während Willisen in Berlin einengünstigen Bericht erstattete, überfielen polnische Raubbanden die kleinenStädte, mishandelten und ermordeten die Juden und plünderten die Deut-schen. In Kosten, Grätz, Trzemesno und Wreschen wurden arge Greuel-thaten verübt; sogar einige Priester betheiligten sich dabei, sanatifirtendie Massen und redeten ihnen vor, daß die katholische Religion bedrohtsei. Die deutschen Beamten flohen allerwärts; die Gerichte erhoben imVoraus ihre Gehalte, um mit Geldmitteln zur Flucht versehen zu sein,und den Insurgenten nicht die Kassen in die Hände geben zu müssen.