4. Kap.) Einmarsch der Preußen in Schleswig. 379
fand am 12. das letzte Gefecht statt. Was von den Polen nicht gestehenwar, wanderte in die Gefängnisse; Mieroslawski wurde später entlassen,die meisten Gefangenen amnestirt und die übrigen durch die Geschworenenfreigesprochen, da die Beweismittel, daß die Angeschuldigten wirklich ander Jnsurrection theilgenommen, mangelten. Psuel hob das Standrechtaus (Juni) und begann die Reorganisation der Provinz. Aber die Polenwiesen jene zurück und weigerten sich, ein Amt in den polnisch bleibendenLandestheilen anzunehmen.
44. Schleswig-Holstein.
Die preußischen Truppen sollten bald Gelegenheit haben gegendie äußeren Feinde Deutschlands zu kämpfen. Der König von Preußenhatte am 24. März dem Herzog von Augustenburg geschrieben, daß erdie Herzogthümer in ihrer Vereinigung und in der agnatischen Erbfolgeschützen wolle. Sogleich rückten preußische Truppen an die Grenze unddie Hannoveraner, Mecklenburger und Braunschweiger unter Halkett be-setzten Holstein. Die provisorische Regierung Schleswig > Holsteins hattein Berlin erklärt: wenn man sie nicht unterstütze, so könne sie nicht dafürstehen, daß die Bewegung in eine republikanische umschlage, indemman damals in jenen Gegenden an Errichtung einer nordalbingischen Re-publik dachte. Der König sandte nun den Major v. Wildenbrugk nachKopenhagen, um dem Dänenkönig vorzustellen, daß sein Monarch nur imInteresse des Letzteren einschritte, damit verhütet werde, daß sich revolu-tionäre Elemente in die Bewegung mischten; man möge nachgeben, dieübereilten Schritte zurücknehmen, die gerechten Volkswünsche befriedigen,und über die streitigen Punkte Verhandlungen anknüpfen. Das Bekannt-werden dieser Unterhandlungen (8. April), zu welchen Preußen durch dendeutschen Bund ermächtigt war, machte einen für Preußen nachtheiligenEindruck; man mistraute den Preußen, zumal diese noch immer nicht ein-schritten, obgleich schon in Schleswig Blut geflossen war; preußische undholsteinische Soldaten haderten mit einander, und später führte diesesMistrauen gegen die Preußen sogar zu abscheulichen Ereignissen inFrankfurt.
Die schleswig-holsteinischen Truppen wurden von dem Prinzen vonNoer befehligt, welcher bei Bau eine feste Stellung bezog. Dort von denDänen angegriffen (8. und 9. April), wurde er zum Rückzug gezwungen;namentlich erlitt sein rechter Flügel, aus Turnern, Jägern und KielerStudenten bestehend, empfindliche Verluste. Auf dem Rückzug nachFlensburg wurden die tapferen Freischaaren bei der Kupfermühle beiCrusau hart angegriffen und 800 davon geriethen in Gefangenschaft.