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Krieg in Schleswig-Holstein.
Jene Niederlage mehrte aber in Deutschland die Begeisterung für Schles-wig-Holstein ; von allen Seiten strömten Freischaaren herbei, welche, an10,000 Mann stark, von dem bayrischen Major von der Tann befehligtwurden, und 24,000 Mann deutscher Truppen besetzten Rendsburg undUmgegend, überschritten aber nicht die Eider. Dieses Zögern der deut-schen Heere hatte theils seinen Grund in der Furcht vor Rußlands undEnglands Einmischung, theils in den Unterhandlungen mit Dänemark,theils in den fruchtlosen Versuchen des Bundestags, die betheiligtenReichstruppen zur Unterordnung unter einen preußischen General zu be-stimmen. Nachdem die letzten Anstünde beseitigt waren, ertheilte der preu-ßische König den Befehl zum Einmarsch in Schleswig, nachdem Generalv. Wrangel zum Obcrcommandeur aller Bundestruppen ernannt wordenwar. Dem glücklichen Vorpostengefecht bei Eckemförde unter Tann folgteder berühmte Sturm der Preußen auf das Dannewerk (23. April) unddie Einnahme von Schleswig mit Schloß Gottorp, welches durch Oberstv. Bonin umgangen wurde. Die Dänen unter General Hedemann zogensich hinter Schleswig, wo Wrangel und Fürst Radzivill mit den beidenGarderegimentern ihr Quartier aufschlugen. Oberst v. Bonin stand mitzwei Linienregimentern bei Dannewerk und Husby, General Halkett mitdem 10. Bundesarmeecorps als Reserve bei Duvenstedt, rückte aber amandern Tage nach Flensburg vor und drängte die Dänen nach Alsen (27.April). Am 2. Mai rückten die preußischen Brigaden Möllendorf undBonin, die schleswig-holsteinische Armee unter dem Prinzen Friedrich vonAugustenburg, und die Zastrow'sche Freischaar in Jütland ein. Fridericiaward vom Feinde geräumt; die wenigen, noch auf dem Festlande be-findlichen Dänen zogen sich weit nach Norden zurück. Die Freude derSchleswig - Holsteiner über diese Siege war grenzenlos; mit Herzlichkeitwurden die braven Preußen begrüßt, und ihre Bescheidenheit im Quartier,die gute Disciplin und ihre Tapferkeit rühmend anerkannt. Der dänischeKönig versetzte nun die deutsche Küste in Blokadezustand, und der dänischeAdmiral Steen Bille erklärte, daß er für die Besetzung Jütlands sich anden Ostseehäfen rächen werde. Wrangel blieb die Antwort nicht schuldigund drohte, für jedes Haus, das die dänische Flotte an den deutschen Kü-sten in Brand schießen würde, ein jütisches Dorf anzuzünden, und schriebgleich eine Kriegscontribution von zwei Millionen Thalern aus, welchejedoch später erlassen wurde. Die Kanonade von Fridericia, welches vonden dänischen Schiffen versucht wurde, endete mit dem Rückzug derDänen, deren Kanonenboote von den preußischen Geschützen stark ge-litten hatten.
Nunmehr mischte sich das Ausland ein; Schweden und Norwegenschloffen ein Bündniß mit Dänemark zum Schutz der dänischen Inseln;