Band 
(1815 - 1854)
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382
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382 Ausbruch der Revolution in Mailand. (4. Kap.

nach eine neue Regierung aus fünf. theils von Dänemark, theils von Preu-ßen ernannten Männern die Herzogthümer verwalten, alle vom 17. Märzerlassenen Gesetze und Verordnungen aufgehoben, der südliche Theil vonSchleswig von 2000 Mann deutscher Truppen besetzt und die ausge-brachten Schiffe zurückgegeben werden sollten.

45. Die Revolution inJtalien und der erste österrei-chisch-italienische Krieg. Radetzky.

Die Nachricht der Februar > Revolution wurde in Italien als dasSignal der Befreiung begrüßt. Der politische Horizont umdüsterte sich;die Aufregung stieg ins Maßlose, sodaß der Civil-Gouverneur Graf Spaurund der Vicekönig Mailand verließen (17. März), und eine Militaircom-misflon den königlichen Palast einnahm. Die Decrete des Kaisers vom15. fanden bei der Bevölkerung keinen rechten Glauben, da Metternich'sAbdankung darin nicht erwähnt ward. Die Bürger Mailands fordertenBewaffnung und der Bürgermeister versprach sie, aber unter der Bedin-gung, daß die Bürgerwache unter der Polizei stehen solle. Diese Zumu-thung wurde für so schimpflich erachtet, daß die Volksmaffen darüber inZorn geriethen, Barrikaden errichteten, und einzelne Soldaten, welcheihnen begegneten, niederstießen. Die österreichischen Truppen bestandenzum dritten Theil aus Italienern, welche sich vom Volk bald entwaffnenließen, und waren nur auf wenige Tage mit Lebensmitteln und Munitionversehen. Am Nachmittag des 18. verbreitete sich der Kampf über dieganze Stadt. Der Regen goß in Strömen vom Himmel und aus denFenstern und von den Dächern hagelten Steine, floß siedendes Oel,Wasser und Blei auf die Truppen herab, welche dennoch viele Barrikadenund das Regierungsgebäude stürmten, aber auch viel Menschen und vierKanonen verloren. Am 19. änderte Radetzky seinen Plan; er ließ diein Spaziergänge verwandelten Wälle besetzen und die Stadt blokiren.Aber die Mailänder erhielten am 2k. Zuzug von Bauern, welche auchvon Außen die österreichischen Truppen beschossen. Alle Sendboten,welche Radetzky ausschickte, um die vereinzelten Besatzungen an sich zuziehen, wurden aufgehangen; gegen ein Bombardement der Stadt prote-stirten die fremden Consuln, Lebensmittel konnten nur mit blutigen Opfernherbeigeschafft werden und endlich lief die Schreckensbotschaft ein, daßKarl Albert den Ticino überschritten habe, und daß sich aus dem Veltlin10,000 bewaffnete Bauern näherten. Radetzky mußte sich schnell zumRückzug entschließen, wollte er nicht von Deutschland abgeschnitten wer-den. Er ordnete sein Heer, nahm die Beamten mit ihren Frauen undKindern in die Mitte und zog sich am 21. Nachts um 11 Uhr unter leb-haftem Gefecht um die Stadt herum, bis er Morgens um 5 Uhr das