4. Kap.)
Wahl der Bureaumitglieder.
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Die Verhandlung über diese wichtige Frage wurde durch einen An-trag von Zitz unterbrochen, welcher, hinweisend auf die blutigen Conflictezwischen preußischen Soldaten und der Bürgerwehr in Mainz, die Absen-dung einer Commission an Ort und Stelle verlangte. Die Versammlungleistete Folge. Eine Commission ging ab; Hergenhahn erstattete in ihremNamen einen klaren und unparteiischen Bericht über die Mainzer Vorfälle.„Es seien auf beiden Seiten Ungebührnisse vorgekommen, ohne daß manabwägen könne, wo die größere Schuld sei; die örtliche Trennung beiderim höchsten Grade erhitzten Theile sei zur Vermeidung neuen Blutvergie-ßens nothwendig; deshalb beantrage die Commission: Reorganisation derMainzer Bürgerwehr und Einlegnng rheinhessischen statt preußischen Mi-litairs." — Zitz schimpfte die preußischen Truppen „brutal"; Fürst Lich-nowsky vertheidigte die „gekränkte preußische Militairehre" und bestimmtedie ganze Rechte zu einem ebenso tyrannischen, als unparlamentarischenVerfahren, indem dieselbe nicht nur die Gegenredner durch Schreien undStampfen am Sprechen verhinderte, sondern auch dem Antragsteller undBerichterstatter das Wort abschnitt. Die Versammlung beschloß daraufdie Tagesordnung. Erwähnenswerth ist noch der Antrag Marek's: „daßman den innerhalb der deutschen Grenzen wohnenden Nichtddentschen ihreNationalität garantiren möchte", welcher nach Dahlmann's Bericht ein-stimmig durch Zuruf angenommen wurde.
Am 31. Mai fand die definitive Wahl für das Bureau statt. Von518 Stimmen fielen 499 auf Heinrich v. Gagern, als Präsident desReichstags; v. Soiron wurde mit 408 Stimmen erster, v. Andrian mit310 Stimmen zweiter Vicepräfident. Zu Secretairen erwählte man:Jucho, Biedermann, Niehl, H. Simon, Simso», Schüler, Ruhwandlund Fetzer. Gagern legte sofort seine hessische Ministerstelle nieder.
Die Versammlung hatte bisher mehrmals den Mangel einer Central-gewalt empfunden. Aus die Einsetzung derselben zu denken, leiteten mancheVeranlassungen, namentlich die Doppelstellung Luxemburgs und Limburgszu Deutschland und Holland, welche weder von dem Bundestage, noch vonder Nationalversammlung ins Klare gebracht werden konnte, weshalbdie Limburger ausschieden (15. Mai 1849); ferner die schleswig holstei-nische Angelegenheit wegen Räumung Jütlands, welche Wrangel aufpreußischen Befehl vollzogen hatte; sodann die Wahlen in Posen,deren Willigkeit in Zweifel gezogen wurde; darauf die Slawenfrage, durchdas herausfordernde Manifest des Slawencongresses angeregt, welcher derVersammlung seinen Dank für ihre kosmopolitischen Grundsätze durchAufreizung der Slawen gegen die Deutschen und durch das ungenirteglücklicherweise machtlose Gelüste nach germanifirten Ländern abstattete.Endlich faßte der Reichstag noch auf Radowitz's Vorschlag einen Be-schluß: zur Bildung einer deutschen, aus Fregatten und kleineren Dampf-